Russland hat den Zugang zur Roblox-Plattform landesweit eingeschränkt und beruft sich auf Bedenken hinsichtlich unangemessener Inhalte, die die Entwicklung von Kindern schädigen könnten. Der Kommunikationswächter Roskomnadzor warf dem Spiel vor, extremistische Materialien zu verbreiten, einschließlich LGBTQ+-Propaganda und Terrorismus-Simulationen. Dieser Schritt folgt ähnlichen Verboten in anderen Ländern sowie der anhaltenden globalen Prüfung der Sicherheitsmaßnahmen von Roblox.
Hintergrund zum Verbot
Am 4. Dezember 2025 kündigte der Föderale Dienst für die Aufsicht über Kommunikation, Informationstechnologie und Massenmedien Russlands (Roskomnadzor) die Sperrung von Roblox an und bezeichnete die Plattform als 'durchsetzt mit unangemessenem Inhalt, der die spirituelle und moralische Entwicklung von Kindern negativ beeinflussen kann'. Die Entscheidung basiert auf Berichten über sexuelle Belästigung von Kindern, die Verbreitung illegaler Bilder und das Vorhandensein extremistischer Materialien wie 'LGBT-Propaganda' und Simulationen von Terroranschlägen. Roblox, eines der meist heruntergeladenen Spiele in Russland, reiht sich nun bei der Türkei ein, die die Plattform letztes Jahr aus ähnlichen Gründen des Kinderschutzes verboten hat.
Russland hat eine Geschichte der Einschränkung westlicher Technologie und Medien, einschließlich Apps wie WhatsApp und Telegram, unter Gesetzen, die seit 2013 die 'Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen' an Minderjährige verbieten. Die Maßnahmen von Roskomnadzor passen in diesen Rahmen, in dem queerer Inhalt unabhängig vom Kontext als extremistisch gilt.
Reaktion von Roblox und Sicherheitskontext
Ein Roblox-Sprecher erklärte gegenüber Reuters: 'Wir respektieren die lokalen Gesetze und Vorschriften in den Ländern, in denen wir tätig sind, und glauben, dass Roblox einen positiven Raum für Lernen, Schaffen und sinnvolle Verbindungen für alle bietet.' Sie betonten das 'tiefe Engagement des Unternehmens für Sicherheit' mit proaktiven Maßnahmen zur Verhinderung schädlicher Inhalte.
Die Plattform steht in letzter Zeit verstärkter Kritik gegenüber. Eine Bloomberg-Untersuchung im Juni 2024 deckte weit verbreitete Pädophilie-Probleme auf, was zu Klagen mehrerer US-Bundesstaaten gegen Roblox Corporation wegen unzureichendem Kinderschutz führte. Trotz Ergänzungen wie Gesichtsscanner- und Altersverifizierungssystemen wies ein Bericht auf 13.316 Fälle von Kindesausbeutung im vergangenen Jahr hin. Roblox hat seither Altersprüfungen für die Kommunikation vorgeschrieben.
In einem Interview mit der New York Times sprach CEO David Baszucki über die Herausforderungen: 'Wir sehen es nicht unbedingt nur als Problem, sondern auch als Chance... Wie lassen wir junge Menschen bauen, kommunizieren und zusammen abhängen?' Er hob den langfristigen Fokus des Unternehmens auf Sicherheit seit der Gründung vor fast 20 Jahren hervor. Ein weiterer Sprecher sagte zu Eurogamer: 'Wir haben fast 20 Jahre damit verbracht, Roblox zu einer der sichersten Online-Plattformen für unsere Nutzer zu machen, insbesondere die jüngsten.'