Wissenschaftler aus Großbritannien und Kenia haben ein neues Fledermaus-Coronavirus identifiziert, das an menschliche Zellen binden kann. Die in Nature veröffentlichte Studie hebt Risiken in Kenia, Tansania und dem Sudan hervor. Bisher gibt es keine Belege für Infektionen beim Menschen.
Forscher des britischen Pirbright Institute und des Kenya Medical Research Institute (KEMRI) untersuchten Coronaviren bei ostafrikanischen Wildtieren. Ihre Studie identifizierte das Virus CcCoV-KY43 bei Herznasenfledermäusen in Kenia, Nord-Tansania und Ost-Sudan.
Labortests zeigten, dass das Virus an Rezeptoren menschlicher Lungenzellen binden kann, ein entscheidender Schritt für eine Infektion. Dr. James Nyagwange vom KEMRI trug maßgeblich zu der Forschung bei.
Dr. Dalan Bailey vom Pirbright Institute erklärte: „Vor unserer Studie ging man davon aus, dass die meisten Alphacoronaviren nur einen oder zwei mögliche Rezeptoren nutzen. Wir wissen jetzt, dass sie eine ganze Reihe zusätzlicher Rezeptoren verwenden könnten, um in Zellen einzudringen.“ Professor Stephen Graham von der University of Cambridge fügte hinzu: „Da wir uns nun des potenziellen Risikos bewusst sind, eines Risikos, das schon immer existiert hat, können wir beginnen, uns darauf vorzubereiten.“
Das Team verwendete nur virale Spike-Proteine, nicht das vollständige Virus, um Laborrisiken zu minimieren. Es gibt keine Hinweise auf Infektionen beim Menschen, und Tests in Kenia und der Region zeigen, dass bisher kein Übergang auf den Menschen stattgefunden hat.