Der Streamingdienst Spotify hat in seinem Jahresrückblick Wrapped 2025 ein neues Feature namens 'musikalisches Alter' eingeführt. Es berechnet das Alter basierend auf den gehörten Songs und soll spielerisch die prägenden Jugendjahre widerspiegeln. Viele Nutzer, darunter Prominente und Spiegel-Mitarbeiter, reagieren überrascht auf die oft abweichenden Ergebnisse.
Spotify Wrapped, der jährliche Rückblick auf die Hörgewohnheiten der Nutzer, enthält in der Ausgabe 2025 erstmals das 'musikalische Alter'. Diese Zahl ergibt sich aus der Musik, die zwischen dem 1. Januar 2025 und einem kürzlichen Stichtag gehört wurde. Wer mindestens drei Lieder aus einem zusammenhängenden Fünfjahreszeitraum abgespielt hat, erhält ein Ergebnis zwischen 16 und 100 Jahren. Weltweit ist 21 das häufigste Alter mit neun Prozent der Nutzer, während nur 0,0013 Prozent auf 98 Jahre kommen.
Das Feature basiert auf dem psychologischen Konzept des Reminiscence Bump, wonach Menschen sich stark mit Musik aus ihren Jugendjahren von 16 bis 21 identifizieren. Spotify analysierte, aus welchem Fünfjahreszeitraum ein Nutzer überdurchschnittlich viel Musik hörte im Vergleich zu Gleichaltrigen, um die prägenden Jahre zu bestimmen. Marketingchef Marc Hazan betont in einer Pressemitteilung, es handle sich um eine spielerische Funktion: 'Wir sehen Gen Z, die Ergebnisse erhalten, die dreimal so hoch sind wie ihr Alter… und umgekehrt.' Ziel ist es, Gespräche anzuregen.
Prominente wie die Musikerin Grimes (92 Jahre), Rachel Zegler (67) und Charli xcx (75) teilen ihre Ergebnisse auf X. In der Spiegel-Redaktion variieren die Reaktionen stark. Redakteur Markus Böhm (real 38, musikalisch 90) führt es auf Pixar-Filme für seinen Sohn zurück, die alte Songs wie 'Sh-Boom' von 1954 beinhalten. Volontärin Annika Schultz (28, musikalisch 65) vermutet einen Abba-Abend als Ursache. Christian Reiermann (63, musikalisch 22) hört viel Taylor Swift beim Sport. Andere wie Marco Wedig (38, musikalisch 89) erklären es mit Kinderliedern wie 'Banana Boat' von Harry Belafonte.
Nach dem kontroversen 'Sound Town' im Vorjahr sorgt das Feature für neue Aufmerksamkeit, obwohl Spotify betont, es sei nicht wörtlich zu nehmen: 'Du bist nur so alt, wie du dich fühlst.'