Schwedens langfristige Hilfe für Sudan sinkt deutlich

Die schwedische Regierung betont, dass ihre Unterstützung für Sudan weiterhin stark sei, doch die langfristige Hilfe ist im vergangenen Jahr stark gesunken. Kritiker warnen, dass das alleinige Vertrauen auf humanitäre Hilfe wie Erste Hilfe ohne Nachsorge sei. Dies geschieht inmitten der schlimmsten humanitären Krise in Sudans Geschichte.

Der Krieg in Sudan hat sich zur schlimmsten humanitären Krise der Welt entwickelt. Ende Oktober 2024 eroberte die paramilitärische Miliz RSF (Rapid Support Forces) die Stadt al-Fashir auf brutale Weise, die sogar aus dem Weltraum sichtbar war. Die schwedische Regierung wird für Waffengeschäfte mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Hauptunterstützer der RSF, kritisiert, doch Außenministerin Maria Malmer Stenergard (M) und Entwicklungshilfeminister Benjamin Dousa (M) bestreiten, dass schwedische Waffen die Miliz erreicht haben.

Sie heben hervor, dass Schweden 2024 der zweitgrößte humanitäre Spender der EU für Sudan war. Die Gesamthilfe in diesem Jahr beläuft sich auf über 600 Millionen SEK, davon 500 Millionen für humanitäre Maßnahmen und 125 Millionen für langfristige Unterstützung, gemäß dem Außenministerium. Die Trends deuten auf einen Wechsel von langfristiger zu Notfallhilfe hin.

Peter Svensson, regionaler Vertreter von Act Swedish Church, kritisiert: „Man leistet Erste Hilfe, baut aber kein Krankenhaussystem auf.“ Er betont, dass humanitäre Hilfe lebenswichtig ist, langfristige Unterstützung jedoch Katastrophen verhindert. Isabella Olsson, globale Leiterin für Advocacy bei der Medical Mission, stimmt zu: „Die humanitäre Hilfe rettet Leben... Aber es sind kurzfristige Lösungen. Wenn wir nicht auch langfristig arbeiten, können wir die Krise nicht mildern und Stabilität sowie nachhaltige Entwicklung langfristig nicht aufbauen.“

Benjamin Dousa erklärt die Priorisierung: „Derzeit liegt unser ganzer Fokus darauf, das menschliche Leid in Sudan zu reduzieren... Da müssen wir priorisieren, so viele Leben wie möglich zu retten.“ Die bilaterale Strategie für Sudan lief 2022 aus und wurde bis zum 31. Dezember 2025 verlängert. Dousa sagt, dass eine neue Strategie von der Lage abhängt: „Wenn die Situation sich weiter verschlechtert, werden wir uns fast ausschließlich darauf konzentrieren, so viele Leben wie möglich zu retten.“

Im Nachbarland Südsudan wurde die langfristige Hilfe schrittweise eingestellt, was die Unterstützung für Flüchtlinge aus Sudan negativ beeinflusst, warnen Organisationen.

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