In Grünheide hat eine Tesla-Mitarbeiterin in einem internen Chat Kollegen scharf kritisiert, weil sie bei einem schweren Unfall statt zu helfen filmten. Der Vorfall ereignete sich während des Schichtwechsels auf dem Weg nach Fürstenwalde. Die Personalabteilung prüft den Vorfall offenbar.
Während des Schichtwechsels kurz vor Ostern fuhr ein Bus der Linie 437 mit mehreren Dutzend Tesla-Beschäftigten aus dem Werk in Grünheide Richtung Fürstenwalde. Kurz nach 15 Uhr passierten sie eine schwere Unfallstelle mit mehreren Fahrzeugen. Eine Mitarbeiterin berichtete später im Firmenchat: „Ein Auto lag auf dem Dach im Graben. Ersthelfer waren gerade dabei, ein kleines Kind (vielleicht 4 oder 5 Jahre alt) aus dem Fahrzeug zu befreien.“
Der Bus hielt an, die Türen öffneten sich. Statt nachzuschauen, ob Hilfe benötigt wurde, zückten die in Arbeitskleidung befindlichen Mitarbeiter ihre Handys und filmten die Szene. Die Beschwerdeführerin schrieb fassungslos: „Als wäre das ein Spektakel. Ganz ehrlich: Schämt ihr euch nicht?!“
Interne Chats der rund 11.000 Beschäftigten in Grünheide dokumentieren zudem Gedränge, Pöbeleien und weitere verstörende Erlebnisse. Die Stimmung ist angespannt: Anfang März wurde ein neuer Betriebsrat gewählt, bei dem es zu einem Polizeieinsatz kam. Einen besonders herben Vorfall will nun die Personalabteilung prüfen.