Drei Deutsche sterben in Istanbul an vermuteter Lebensmittelvergiftung

Eine vierköpfige Familie aus Hamburg mit türkischen Wurzeln erlitt während ihres Urlaubs in Istanbul schwere Vergiftungserscheinungen. Die Mutter und ihre zwei Kinder starben, während der Vater auf der Intensivstation liegt. Die Behörden vermuten eine Lebensmittelvergiftung, die Ermittlungen laufen in mehrere Richtungen.

Die Familie aus Hamburg traf am 9. November 2025 in Istanbul ein und checkte im Harbour Suites Old City Hotel im Stadtteil Fatih ein. Laut Aussagen der Mutter, die vor ihrem Tod protokolliert wurden, aß die Familie in den folgenden Tagen verschiedene Gerichte außerhalb des Hotels: Am Ankunftsabend Kebab für die Erwachsenen und Nudeln für die Kinder. Am 10. November morgens Suppe und Gebäck, abends Pide mit Hackfleisch sowie Sucuk und Käsepizza. Am 11. November Poğaça und Simit zum Frühstück, Muscheln von einem Straßenverkäufer nahe der Ortaköy-Moschee, Suppe in der Dereboyu-Straße, Sucuk und Brot für die Kinder, Kokoreç und gegrilltes Hühnchen für die Mutter sowie türkische Süßspeisen.

Am 12. November wachte die Familie gegen 1 Uhr nachts mit Übelkeit auf und begab sich am Vormittag ins Bezmialem-Krankenhaus. Nach Besserung kehrten sie ins Hotel zurück, ohne weiter zu essen. In der Nacht zum 13. November verschlechterte sich der Zustand erneut; ein Krankenwagen brachte sie um 1 Uhr ins Krankenhaus, wo die Kinder und später die Mutter starben. Der Vater liegt weiterhin auf der Intensivstation. Eine Autopsie ergab keine klare Todesursache.

Acht Personen wurden festgenommen, darunter Hotelpersonal, Lebensmittelverkäufer und ein Bäcker; sie sollen am Montag einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Verdächtigen haben Vorstrafen, und ein Laden wurde geschlossen. Das Hotel wurde am Samstagabend evakuiert und versiegelt, nachdem zwei weitere Touristen aus Italien und Marokko mit Vergiftungserscheinungen eingeliefert wurden – ihr Zustand ist stabil. Proben von Trinkwasser und Gegenständen aus dem Hotel werden untersucht; eine Desinfektion mit möglichen Pestiziden im Erdgeschoss steht im Fokus. Der Hotelmanager weist Vorwürfe zurück: »Wir servieren kein Frühstück und Wasser nur in Flaschen.«

Der Vater der Verstorbenen äußerte sich: »Sie hatten vor, sich hier niederzulassen. Es war ihr Traum.« Die Familie besuchte die Türkei jährlich und hatte kürzlich eine Wohnung in Bolvadin renoviert. Die Beisetzung fand in Bolvadin statt; die Familie plant, das Verfahren zu verfolgen.

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