US-Präsident Donald Trump hat die Großbank JP Morgan Chase und ihren Chef Jamie Dimon auf mindestens fünf Milliarden Dollar verklagt. Der Vorwurf: Die Bank habe 2021 aus politischen Gründen die Geschäftsbeziehungen zu Trump und seinen Unternehmen beendet.
US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag, den 22. Januar 2026, eine Klage gegen die New Yorker Großbank JP Morgan Chase (JPMC) und deren CEO Jamie Dimon eingereicht. Die Klage, die vom Anwalt Alejandro Brito beim Bezirksgericht in Miami-Dade County, Florida, eingereicht wurde, fordert mindestens fünf Milliarden Dollar Schadensersatz. Trump wirft der Bank vor, aus politischen Motiven – sogenanntes „Debanking“ – die Konten von ihm und seinen Unternehmen gekündigt zu haben.
Die Kündigungen erfolgten kurz nach Trumps Wahlniederlage gegen Joe Biden im November 2020 und dem Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021. Laut Klageschrift erhielten die Kläger, darunter Trump-Golfklubs und das Trump Miami Resort Management, am 19. Februar 2021 die Mitteilung, dass ihre Konten im April 2021 geschlossen würden. Die Kläger seien seit Jahrzehnten Kunden der Bank gewesen und hätten Hunderte Millionen Dollar über sie abgewickelt. „Die Kläger sind der festen Überzeugung, dass die einseitige Entscheidung von JPMC auf politischen und gesellschaftlichen Beweggründen beruhte sowie auf JPMCs unbegründeten, ‚woken‘ Ansichten“, heißt es in der Klage.
JP Morgan wies die Vorwürfe zurück. In einer Mitteilung hieß es: „Wir respektieren das Recht des Präsidenten, uns zu verklagen, und unseres, uns zu verteidigen – dafür sind Gerichte da.“ Die Bank betonte, Konten würden nicht aus politischen oder religiösen Gründen geschlossen, sondern wegen rechtlicher oder regulatorischer Risiken. „Wir schließen Konten, weil sie ein rechtliches oder regulatorisches Risiko für das Unternehmen darstellen.“ Die Aktien von JP Morgan stiegen leicht.
Das Verhältnis zwischen Trump und Dimon ist angespannt. Dimon kritisierte kürzlich Trumps Vorschlag, Kreditkartenzinsen auf zehn Prozent zu begrenzen, als „wirtschaftliche Katastrophe“. Im Kontext steht auch Kritik an „woken“ Banken: Die US-Aufsichtsbehörde OCC untersucht, ob Institute Kunden aufgrund politischer Ansichten benachteiligen. Ein Bericht aus dem Vorjahr nannte JP Morgan unter den Betroffenen.