Zwei frühe Werke von Bach entdeckt und in Leipzig präsentiert

In der Leipziger Thomaskirche wurden zwei neu entdeckte Kompositionen von Johann Sebastian Bach vorgestellt. Die kurzen Ciaconas stammen aus Bachs Jugendzeit um 1705. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer nannte die Entdeckung eine »Weltsensation«.

Am Montag wurden in der Thomaskirche in Leipzig, dem ehemaligen Wirkungsort von Johann Sebastian Bach (1685-1750), zwei kurze Werke des Komponisten vorgestellt. Es handelt sich um die »Ciacona in d-Moll« und die »Ciacona in g-Moll«, die Bach vermutlich Anfang des 18. Jahrhunderts, als 18-Jähriger in Arnstadt als Organist, komponierte.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, parteilos, bezeichnete die Präsentation in einer Festrede als »Weltsensation« und sprach von »Magie« sowie dem »Feuer unserer abendländischen Kultur«. Der niederländische Organist Ton Koopman, Präsident des Bach-Archivs Leipzig seit 2019 und Experte für Barockmusik, spielte die Stücke auf der Orgel der Thomaskirche mit Elan, aber nüchternem Ernst.

Die Handschriften wurden vor über zwei Jahrzehnten vom Direktor des Bach-Archivs, Peter Wollny, in der Königlichen Bibliothek in Brüssel entdeckt. Wollny erklärte: »Wir können definitiv sagen, dass die Abschriften um 1705 von dem Bachschüler Salomon Günther John angefertigt worden sind. Stylistisch enthalten die Werke darüber hinaus Merkmale, die man zu dieser Zeit in Bachs Werken findet, sonst aber bei keinem anderen Komponisten.«

Eine Ciacona ist ursprünglich ein spanischer Tanz, im deutschsprachigen Raum als Chaconne bekannt. Die neuen Werke sind kürzer und weniger melancholisch als Bachs berühmte Chaconne aus der Partita für Violine solo von 1720. Sie wirken feierlich, würdevoll und melodisch mitreißend, was den Hörer zur Ruhe bringt.

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