Zwei hochrangige US-Republikaner haben die geplante Reduzierung von US-Truppen in Deutschland kritisiert. Roger Wicker und Mike Rogers warnen vor einem Untergraben der Abschreckungsfähigkeit. Auch SPD-Politikerin Siemtje Möller sieht ein Signal der Willkür.
Roger Wicker und Mike Rogers, Vorsitzende der Verteidigungsausschüsse im US-Senat und Repräsentantenhaus, äußerten in einer gemeinsamen Stellungnahme Besorgnis über die Entscheidung, eine US-Brigade aus Deutschland abzuziehen. »Wir sind sehr besorgt über die Entscheidung, eine US-Brigade aus Deutschland abzuziehen«, hieß es darin. Sie forderten das US-Verteidigungsministerium auf, mit den Ausschüssen über die Auswirkungen auf die Abschreckungsfähigkeit der USA zu beraten.
Die Politiker mahnten, dass jede wesentliche Änderung der US-Truppenpräsenz in Europa mit dem Kongress und den Verbündeten abgestimmt werden müsse. Eine voreilige Reduzierung könne die Abschreckung untergraben und ein falsches Signal an Wladimir Putin senden. Hintergrund ist die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen, sowie Überlegungen, die unter Joe Biden und Olaf Scholz vereinbarte Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern nicht umzusetzen.
Diese Systeme mit einer Reichweite von mehr als 1.600 Kilometern sollten die Nato-Abschreckung stärken, bis Elsa-Projekt-Raketen zwischen 2030 und 2032 verfügbar sind. Siemtje Möller, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, warnte: »Das Besorgniserregende ist nicht die Zahl von 5.000 Soldaten, sondern das politische Signal aus Washington, dass gewachsene, absolut verlässliche Partnerschaften nichts mehr zu gelten und der Willkür ausgesetzt zu sein scheinen.«
Möller schlug vor, Lücken durch Kooperationen mit der Ukraine zu überbrücken, die ihre Fähigkeiten für weitreichende Angriffe ausbaut. Das Elsa-Projekt, im Februar 2026 mit einer Absichtserklärung gestartet, zielt auf beschleunigte Entwicklung europäischer Waffensysteme ab.