Das nigerianische Familienleben dreht sich um erweiterte Strukturen, gemeinschaftliche Verantwortlichkeiten und tiefe Verflechtungen über ethnische Gruppen hinweg. Traditionelle Werte betonen das kollektive Wohlbefinden, altersbasierte Hierarchien und geteilte finanzielle Verpflichtungen. Moderne Herausforderungen wie Urbanisierung und wirtschaftliche Belastungen verändern diese Dynamiken, während die Kern der gemeinschaftlichen Bindungen erhalten bleiben.
Nigerianische Familien funktionieren innerhalb eines erweiterten Systems, das in den 371 ethnischen Gruppen des Landes vorherrscht und von den Hausa-Fulani im Norden über die Yoruba im Südwesten bis zu den Igbo im Südosten reicht. Der Alltag umfasst kollektive Entscheidungsfindung und geteilte Aufgaben, wobei Kinder der gesamten Familie gehören und jede Tante oder jeder Onkel sie disziplinieren oder anleiten darf. Haushalte umfassen oft Großeltern, unverheiratete Geschwister, entfernte Cousins und sogar nicht verwandte Personen, die in die Struktur aufgenommen werden, wie das National Institute for Cultural Orientation feststellt. nnFinanzielle gegenseitige Abhängigkeit ist zentral, wobei erfolgreiche Mitglieder andere unterstützen; beispielsweise könnte ein Banker aus Lagos monatlich 50.000 ₦ für die Schulgeld der Geschwister, 30.000 ₦ für die medizinische Versorgung der Eltern und 20.000 ₦ für das Geschäft eines Cousins schicken. Privatsphäre ist begrenzt, da persönliche Angelegenheiten zu gemeinschaftlichen Belangen werden, was jedoch robusten Support in Krisen bietet, wie wenn eine arbeitslose Person sofortige Hilfe von Verwandten erhält. nnHäufige Strukturen umfassen traditionelle erweiterte Familien auf dem Land, wo mehrere Generationen Ressourcen unter der Autorität der Ältesten teilen; urbane Kernfamilien, die erweiterte Bindungen aufrechterhalten; polygame Arrangements in den nördlichen Regionen, wobei etwa 36,7 Prozent der verheirateten Männer mehrere Ehefrauen haben, nach Daten des National Bureau of Statistics; sowie zunehmend Alleinerziehende oder Patchwork-Familien, die auf Verwandtennetzwerke angewiesen sind. nnAlter gebietet Respekt, wobei Jüngere sich den Älteren fügen, während traditionelle Geschlechterrollen Frauen häusliche Aufgaben und Männer finanzielle Versorgung zuweisen, obwohl städtische Entwicklungen geteilte Verantwortlichkeiten einführen. Wichtige Entscheidungen von Ehen bis Jobs erfordern Familiengespräche, was Weisheit fördert, aber manchmal die Autonomie einschränkt. nnTraditionelle Werte ehren Respekt vor Älteren, gemeinschaftliche Verantwortung, Familienehre, Gastfreundschaft und sehen die Ehe als Bündnis. Wirtschaftlich stehen Familien vor hohen Kosten – Hochzeiten von 2 bis 20 Millionen ₦, Schulgeld von 200.000 bis 800.000 ₦ pro Trimester – und Herausforderungen wie 34 Prozent Inflation, Urbanisierung, die Familien trennt, steigende Scheidungen und generationelle Konflikte über Pflichten.