Die argentinische Polizei hat am Mittwoch einen Haftbefehl gegen Galvarino Apablaza, den ehemaligen Anführer der FPMR, der als mutmaßlicher Drahtzieher hinter dem Mord am Senator Jaime Guzmán angeklagt ist, nicht vollstrecken können, da er nicht zu Hause anzutreffen war. Der Vorfall fällt mit dem 35. Jahrestag des Verbrechens zusammen. Die chilenischen Behörden koordinieren sich mit Argentinien, um seinen Aufenthaltsort zu ermitteln und das Auslieferungsverfahren einzuleiten.
Die argentinische Richterin María Servini de Cubría hatte am Mittwoch nach wochenlanger Prüfung des Falles einen Haftbefehl gegen Galvarino Apablaza erlassen. Polizeibeamte suchten am Nachmittag die Wohnadresse auf, die der ehemalige Militante dem Gericht gemeldet hatte, trafen ihn dort jedoch nicht an. Apablaza hatte kürzlich seinen von Argentinien gewährten politischen Flüchtlingsstatus verloren – eine Entscheidung der Regierung von Javier Milei, gegen die er gerichtlich vorgeht. Der chilenische Innenminister Claudio Alvarado bezeichnete den Vorfall als „bedauerlich“, insbesondere anlässlich des 35. Jahrestages des Mordes an Jaime Guzmán. „Das Außenministerium steht mit seinen argentinischen Amtskollegen in Kontakt, die alle Anstrengungen zugesichert haben, um ihn zu lokalisieren, festzunehmen und das Auslieferungsverfahren fortzusetzen“, erklärte er. Der Direktor der PDI, Eduardo Cerna, bestätigte die Koordinierung mit der argentinischen Bundespolizei sowie Interpol und kündigte an, die Bemühungen für seine Ergreifung zu intensivieren. Außenminister Francisco Pérez Mackenna traf sich im La Moneda mit Präsident José Antonio Kast, Alvarado und Cerna, um die Angelegenheit zu erörtern. Das chilenische Außenministerium teilte mit, dass Argentinien die Verfahren zur Festnahme und Auslieferung fortsetze und in ständigem Austausch bleibe. Apablazas Anwalt, Rodolfo Yanzon, wies den Haftbefehl zurück: „Sie wollen die Flüchtlingskonvention verletzen, um Kast ein Geschenk zu machen. Das wird ihnen nicht gelingen.“ Er fügte hinzu, dass „kein Auslieferungsverfahren existiert, was sie tun ist illegal“ und sein Mandant keinerlei Mobilitätsbeschränkungen unterliege. Der UDI-Vorsitzende Guillermo Ramírez bezeichnete das Geschehen als Flucht und forderte Argentinien auf, die Grenzen zu schließen.