Australische Softwarefirma Atlassian hat die Entlassung von rund 1.600 Mitarbeitern, also 10 % ihrer Belegschaft, angekündigt, um in Künstliche Intelligenz und Enterprise-Verkäufe zu investieren. Die Umstrukturierung soll Ressourcen für das KI-Zeitalter in der Teamarbeit neu ausbalancieren. Die Aktien des Unternehmens stiegen nach der Nachricht im Nachhandel um fast 2 %.
Atlassian, bekannt für Zusammenarbeitstools wie Jira für das Projektmanagement und Confluence für die Inhaltserstellung, gab am Mittwoch bekannt, die Belegschaft um rund 10 % zu reduzieren, was 1.600 Mitarbeiter betrifft. Die Kürzungen sollen Investitionen in KI und Enterprise-Verkäufe aus Eigenmitteln finanzieren und gleichzeitig eine Umorganisation um das „System of Work“ des Unternehmens für effizientere Abläufe ermöglichen. CEO Mike Cannon-Brookes schrieb in einer internen Mitteilung: „Wir tun dies, um weitere Investitionen in KI und Enterprise-Verkäufe aus Eigenmitteln zu finanzieren und unser Finanzprofil zu stärken. Wir ändern auch unsere Arbeitsweise und organisieren uns neu um unser System of Work, um schneller voranzukommen.“ Das Unternehmen erwartet Kosten von 225 bis 236 Millionen Dollar durch die Entlassungen und die Reduzierung der Büroflächen, wobei der Großteil im dritten Quartal anfällt. Der Umstrukturierungsplan soll bis Ende des vierten Quartals weitgehend abgeschlossen sein. Chief Technology Officer Rajeev Rajan verlässt seinen Posten am 31. März, nach fast vier Jahren bei Atlassian. Diese Ankündigung erfolgt, während Investoren Softwareunternehmen auf potenzielle Störungen durch KI bei den Geschäftmodellen prüfen. Die Aktien von Atlassian fielen im vergangenen Jahr um etwa 33 %, stiegen aber nach der Bekanntgabe im Nachhandel um fast 2 %. Analyst Gil Luria von D.A. Davidson kommentierte: „Softwareunternehmen wie Atlassian haben die Gelegenheit, ihr Geschäft durch den Einsatz von KI-Tools effizienter zu gestalten, insbesondere in der Produktentwicklung. Durch eine solche Umorganisation können sie die Ressourcen reduzieren, die für den aktuellen Geschäftsbetrieb notwendig sind, und profitabler wachsen.“ Auf dem Weltwirtschaftsforum im Januar deuteten Top-Führungskräfte an, dass Fortschritte in der KI zu Jobverlusten führen könnten, aber auch neue Rollen schaffen würden, wobei einige dies als Rechtfertigung für bestehende Entlassungspläne sahen.