Bennett und Lapid fusionieren ihre Parteien für die israelische Wahl

Zwei führende Rivalen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, Naftali Bennett und Jair Lapid, gaben am Sonntag den Zusammenschluss ihrer Parteien zu einem neuen Bündnis namens „Together“ bekannt, dessen Vorsitz Bennett übernimmt. Dieser Schritt zielt darauf ab, Netanjahus Koalition bei den für Ende Oktober erwarteten Wahlen herauszufordern.

Die ehemaligen Ministerpräsidenten Naftali Bennett und Jair Lapid hielten am Sonntag eine gemeinsame Pressekonferenz ab, um die Fusion von „Bennett 2026“ und „Jesch Atid“ (Es gibt eine Zukunft) zur neuen Partei „Together“ zu verkünden. „Wir stehen hier gemeinsam zum Wohle unserer Kinder. Der Staat Israel muss die Richtung ändern“, sagte Lapid. Bennett fügte hinzu: „Nach 30 Jahren ist es an der Zeit, sich von Netanjahu zu trennen und ein neues Kapitel für Israel aufzuschlagen.“

Bennett und Lapid hatten bereits 2021 ein Bündnis geschlossen, um die zwölfjährige Amtszeit Netanjahus zu beenden. Sie bildeten eine Koalition, an der erstmals die Vereinigte Arabische Liste beteiligt war und die 18 Monate hielt. Zuvor waren sie 2013 auch Teil von Netanjahus Koalition gewesen. Netanjahu kehrte nach der Wahl 2022 mit der am weitesten rechts stehenden Regierung in der Geschichte Israels an die Macht zurück. Der Hamas-Angriff auf den Süden Israels im Jahr 2023 hat jedoch sein Ansehen beschädigt, und Umfragen sagen einen Sieg der Opposition voraus.

Eine Umfrage von N12 News vom 23. April sah 21 Sitze für Bennett, 25 für Netanjahus Likud und 7 für Lapid vor; ihr gemeinsames Bündnis könnte jedoch mindestens 60 Sitze gegen Netanjahus 50 sichern. Bennett schloss Koalitionen mit arabischen Parteien oder Gebietsabtretungen aus. Netanjahu postete auf Telegram ein Foto aus dem Jahr 2021, das Bennett, Lapid und Mansour Abbas zeigt, mit dem Kommentar: „Sie haben es einmal getan, sie werden es wieder tun.“

Die Rivalen kritisieren Netanjahu unter anderem für die Befreiung ultraorthodoxer Gemeinschaften vom Militärdienst sowie für das Ausbleiben strategischer Erfolge gegen den Iran, die Hisbollah und die Hamas bei gleichzeitig hohen Opferzahlen.

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