Wette auf Vertiefung des Kooperativmodells in Kolumbien

Die kolumbianische Regierung steht vor Herausforderungen bei der Stärkung von Genossenschaften durch direkte Vergabe an soziale Organisationen. Die Superintendencia de Economía Solidaria identifiziert institutionelle Barrieren und Risiken der Entnatürlichung des Genossenschaftsmodells. Fälle wie SaludCoop unterstreichen die Notwendigkeit stärkerer Regulierungsinstrumente.

In Kolumbien ist die gemeinschaftliche Assoziation entscheidend, um die schwache Präsenz des Staates in den Regionen auszugleichen und Probleme der Ernährungssicherheit sowie grundlegender Dienstleistungen anzugehen. Dennoch behindern institutionelle Barrieren die direkte Vergabe an Gemeindeaktionsräte oder Genossenschaften und zeigen, dass das System die Assoziation nicht unterstützt.

Die Regierung hat Fortschritte bei öffentlichen Politiken und Vergaben erzielt, um den kooperativen Ansatz zu vertiefen, doch Risiken bestehen weiterhin. Die Superintendencia de Economía Solidaria identifiziert Entnatürlichungen, bei denen betriebswirtschaftliche Logik die Solidaritätsprinzipien überlagert, wie Geschäftseinheiten innerhalb von Genossenschaften, die den Mitgliedern nicht zugutekommen.

Das Gesetz 222 von 1995 ermächtigt die Superintendencia de Sociedades, Unternehmensgruppen zu erkennen, fehlt jedoch Spezifika für Genossenschaftsgruppen, was die Rechtssicherheit untergräbt. Der Fokus sollte nicht auf der Begrenzung dieser Gruppen liegen, sondern auf der Verhinderung von Umgehungen des Solidaritätsmodells durch Instrumente zur Risikomanagement und Transparenz.

Der Fall SaludCoop, gegründet 1994 unter Gesetz 79 von 1988, verdeutlicht dies: Unter der Leitung von Carlos Palacino, der kürzlich verurteilt wurde, expandierte es in gewinnorientierte Tochtergesellschaften und bildete die Grupo Empresarial SaludCoop. Die fragmentierte Aufsicht zwischen Supersolidaria und der Superintendencia Nacional de Salud ermöglichte eine Machtkonzentration mit öffentlichen Mitteln.

Ähnlich weist Coosalud eine Muttergenossenschaft mit einer EPS und verbundenen Unternehmen auf, bei der Investitionen den Mitgliedern keinen Nutzen bringen. Die Superintendencia fordert die Definition von Kriterien für genossenschaftliche Unternehmensgruppen sowie Befugnisse für interne Kontrollen und finanzielle Offenlegung, um die Grundlagen für Transparenz und lokale wirtschaftliche Demokratie zu stärken.

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