Sophy Romvaris Spielfilmdebüt Blue Heron ist laut Rotten Tomatoes und Metacritic der bisher am besten bewertete Film des Jahres 2026. Das kanadische Familiendrama, das in Locarno Weltpremiere feierte und in Toronto mit Preisen ausgezeichnet wurde, startet nun über Janus Films in den nordamerikanischen Kinos. Regisseurin Romvari ließ für die autobiografische Geschichte eigene Familienerfahrungen einfließen.
Blue Heron begleitet die junge Sasha, gespielt von Eylül Guven, bei ihrer Beobachtung der Spannungen zwischen ihrer Mutter, Iringó Réti, und ihrem verschlossenen Bruder Jeremy, dargestellt von Edik Beddoes. Die Erzählung verlagert sich auf die erwachsene Sasha, verkörpert von Amy Zimmer, die nach Jeremys Tod die Ereignisse rekonstruiert. Der in Vancouver spielende Film gipfelt in einer nachgestellten Kindheitsszene, an die Romvari nach eigenen Angaben keine persönliche Erinnerung hat, womit sie Erinnerung und Fiktion vermischt. Die 35-jährige Romvari wuchs auf Vancouver Island bei aus Ungarn eingewanderten Eltern auf. Zuvor drehte sie gefeierte Kurzfilme wie Still Processing über den Tod ihrer Brüder und Norman, Norman über die Sterblichkeit ihres Hundes. Finanziert durch kanadische Kunststipendien, profitierte Blue Heron von ihrer Geduld und Einflüssen wie Robert Altmans Short Cuts und Mike Leighs Lügen und Geheimnisse. Die Regisseurin hatte nur geringe Erwartungen an den Verleih. 'Ich hatte für ein unabhängiges kanadisches Familiendrama im Jahr 2026 definitiv keine Erwartungen an einen Kinoverleih', sagte Romvari. 'Ich ging davon aus, dass er direkt als Stream erscheinen würde.' Trotz Teilzeitjobs und Schnittaufträgen machte sie weiter, schnitt den Film im Wohnzimmer ihres Cutters Kurt Walker und arbeitete in einem örtlichen Kino. Janus Films sicherte sich die Rechte nach Festivalerfolgen in Toronto. Am Vorabend des Kinostarts in Los Angeles betonte Romvari die Nachhaltigkeit: 'Das ganze Ziel ist: Kann ich eine Karriere aufbauen, in der es nachhaltig ist, weiterhin Filme zu machen?'