Der finnische Horrorfilm Nightborn von Hanna Bergholm hatte seine Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale. Mit Seidi Haarla und Rupert Grint als frischgebackene Eltern, die mit einem ungewöhnlichen Säugling konfrontiert sind, verbindet der Film Mythologie und Horrorelemente. Bei der Pressekonferenz sprachen Cast und Crew über aufkommenden Faschismus und globale Ungerechtigkeiten.
Hanna Bergholms zweiter Spielfilm Nightborn (Originaltitel: Yön Lapsi) beleuchtet die Herausforderungen der Elternschaft durch eine übernatürliche Linse. Die Geschichte folgt Saga (Seidi Haarla) und Jon (Rupert Grint), einem Paar, das von London in ein renovierungsbedürftiges Haus im finnischen Wald zieht, um eine Familie zu gründen. Wie Jon bemerkt: „Fuck London“, was den wirtschaftlichen Reiz des ländlichen Lebens im Vergleich zu den hohen Kosten der britischen Hauptstadt unterstreicht. Nach der Geburt ihres Sohnes Kuula bemerkt Saga Anomalien: Das Baby ist behaart und groß, mit Appetit auf Fleisch und Schreien, die tierische Knurrlaute enthalten, erreicht durch effektives Sounddesign. Der Film verschiebt die Enthüllung des Gesichts des Säuglings bis zum Ende, ähnlich wie bei Rosemary’s Baby, und wird von mehr als zehn Babys unterschiedlichen Alters gespielt. Er bewegt sich zwischen Metapher und literalem Horror, einschließlich einer Still-Szene mit Blut, die reale mütterliche Erfahrungen widerspiegelt, die selten auf der Leinwand gezeigt werden. Das Produktionsdesign von Kari Kankaanpää schafft eine stilisiert-fantastische Atmosphäre und kontrastiert Alltägliches wie ein spärlich besetztes Krankenhaus und einen traditionellen Silver-Cross-Kinderwagen. Der 90-minütige Film, eine Koproduktion von Finnland, Litauen, Frankreich und Großbritannien, hat ein Drehbuch von Bergholm und Ilja Rautsi, Kamera von Pietari Peltola, Schnitt von Jussi Rautaniemi und Musik von Eicca Toppinen. Weitere Besetzung: Pamela Tola, Pirkko Saisio und Rebecca Lacey, Dialoge auf Finnisch und Englisch. Bei der Pressekonferenz am 14. Februar 2026 in Berlin dominierten politische Themen. Grint reagierte auf Fragen zum Aufstieg der britischen Rechten, zuvor mit seinen Kommentaren zu J.K. Rowlings Ansichten verbunden: „Offensichtlich bin ich dagegen. Aber ich wähle meine Momente zum Sprechen. Aber ja, es ist jetzt offensichtlich hochrelevant. Ihr werdet von mir hören.“ Regisseurin Bergholm erklärte ihren Wassermelonen-Button für palästinensische Solidarität: „Als erwachsene Menschen haben wir meiner Meinung nach die Verantwortung, gegen Gewalt und Ungerechtigkeit zu sprechen“, und fügte hinzu, dass Künstler nicht zum Schweigen gebracht werden sollten. Drehbuchautor Rautsi betonte die Rolle der Kunst: „Ich denke, es ist wichtig, Licht auf alle Probleme zu werfen, denen wir gegenüberstehen, weil Kunst alles über Empathie geht... welche Ungerechtigkeiten in der Ukraine oder der Genozid in Palästina stattfinden.“ Kritiken loben den straffen Chiller-Stil des Films, obwohl einige bemerken, dass er mehr Drama als Gore enthält und sich von Einflüssen wie David Cronenbergs The Brood unterscheidet. Grint reflektierte auch über die kommende Harry-Potter-TV-Serie und erinnerte sich an seinen Start 1999 ohne Social-Media-Druck.