Die gefeierten bulgarischen Filmemacher Kristina Grozeva und Petar Valchanov sind mit „Black Money for White Nights“ in den Wettbewerb des Filmfestivals von Karlsbad zurückgekehrt. Der Film beleuchtet Korruption und prorussische Nostalgie anhand der Geschichte eines älteren Ehepaars, dessen Pläne inmitten persönlicher und geopolitischer Umbrüche scheitern.
Das im Mittelpunkt der Geschichte stehende Paar, die Krankenschwester Marina und der Eisenbahnangestellte Gosha, sammelt über Jahre hinweg kleine Schmiergelder, um eine Traumreise nach Russland zu den Weißen Nächten zu finanzieren. Ihr Plan bricht zusammen, als ein Reisebüro-Mitarbeiter mit dem Geld verschwindet und Russland in die Ukraine einmarschiert, wodurch sie keinerlei Unterstützung durch Behörden mehr erfahren können. Grozeva erklärte, dass das Projekt mit dem Interesse an Menschen begann, deren Loyalität gegenüber Russland ihren moralischen Kompass selbst nach 2022 verzerrt. Die Regisseure zielten darauf ab, die Charaktere als vollwertige Menschen und nicht als Stereotypen darzustellen, die sowohl zu Zärtlichkeit als auch zu Täuschung fähig sind. Valchanov betonte ihre Zufriedenheit über Bulgariens Platz in Europa und ihre Hoffnung, dass die Zensur aus der Zeit des Kommunismus nicht zurückkehren werde. Der Film wurde an Originalschauplätzen unter Verwendung dokumentarischer Techniken gedreht, um die Dringlichkeit zu erhöhen, während er gleichzeitig Institutionen vom Gesundheitswesen bis hin zur Kirche kritisiert. Der von Abraxas Film mit Partnern wie dem Bulgarischen Nationalfernsehen und dem Griechischen Filmzentrum produzierte Film wird international von Cercamon vertrieben. Die Regisseure hoffen, dass die Geschichte den Zuschauern durch eine ausgedehnte Schlussszene noch lange nach dem Abspann im Gedächtnis bleibt.