Die französische Canal+-Gruppe hat einen 51-prozentigen Mehrheitsanteil am italienischen Filmverleih und -produzenten Lucky Red erworben. Das Geschäft im Wert von etwa 31 Millionen Dollar soll europäische Synergien fördern, ohne die Geschäftsführung zu verändern. Lucky Red, gegründet 1987, hat Filme renommierter Regisseure vertrieben und in den letzten Jahren starke Umsätze erzielt.
Die französische Canal+-Gruppe hat über ihre Tochtergesellschaft StudioCanal einen 51-Prozent-Anteil an Lucky Red, einem führenden italienischen unabhängigen Filmverleih und -produzenten, erworben. Die Übernahme, die am 24. Februar 2026 angekündigt wurde, bewertet den Anteil auf etwa 31 Millionen Dollar und markiert die neueste Konsolidierung in der europäischen Filmindustrie. Lucky Red, ansässig in Rom und 1987 von Andrea Occhipinti und Kermit Smith gegründet, bleibt unter der Kontrolle von Occhipinti mit seinem 49-Prozent-Anteil. Das Unternehmen spezialisiert sich auf die Verleih von Independent-Filmen, die Produktion von Inhalten und den Vertrieb. Es hat rund 400 Titel von preisgekrönten Regisseuren vertrieben, darunter Ang Lee, die Dardenne-Brüder, Nanni Moretti, Aki Kaurismäki, Hayao Miyazaki, Paolo Sorrentino, Sofia Coppola, Denis Villeneuve, Wes Anderson und Tim Burton. Neuerscheinungen umfassen „Sentimental Value“, „Nouvelle Vague“, „Greenland 2: Migration“ und die Robbie-Williams-Biopic „Better Man“. Bemerkenswerte Produktionen sind Gabriele Mainettis „Freaks Out“, Netflix' erster italienischer Originalfilm „On My Skin“, Robin Campillos „Enzo“ und Christophe Honorés „Marcello Mio“. Lucky Red kooperiert zudem mit der italienischen Indigo Film in der Vertriebsgesellschaft True Colours. Der Deal wurde in Rom von Occhipinti zusammen mit Valerio Scarinci und Stefano Massenzi sowie der StudioCanal-CEO Anna Marsh unterzeichnet. Er soll die aktuelle Führung und kreative Autonomie erhalten und strategische Partnerschaften in ganz Europa ermöglichen. 2024 meldete Lucky Red Umsätze von über 50 Millionen Euro (58,8 Millionen Dollar) und einen Nettogewinn von 3,7 Millionen Euro (4,35 Millionen Dollar). Die Verleihumsätze 2025 beliefen sich auf fast 24 Millionen Euro (28 Millionen Dollar), was Platz acht unter italienischen Verleihern bedeutet. Dieser Schritt folgt auf andere französische Übernahmen italienischer Firmen, wie den Kauf von BIM Distribuzione durch Wild Bunch, die Übernahme von Palomar und Our Films durch Mediawan sowie den Erwerb von Groenlandia durch Banijay.