Zum Auftakt der CinemaCon 2026 in Las Vegas steht die bevorstehende Fusion von Paramount und Warner Bros., deren Abschluss noch vor Jahresende erwartet wird, im Fokus der Kinobetreiber. Paramount-CEO David Ellison hat zugesichert, jährlich 30 Filme zu produzieren und die Studios unabhängig voneinander weiterzuführen. Die Betreiber äußern sich angesichts der Sorgen um Produktionsvolumen und Auswirkungen auf die Einspielergebnisse zwiegespalten.
Das US-Einspielergebnis erreichte in diesem Jahr bis zum 12. April 2,26 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 23 % gegenüber dem Vorjahr, bei 154 Millionen verkauften Tickets, was einem Zuwachs von 16 % entspricht. Diese starke Performance steht im Kontrast zur Besorgnis über die Fusion, wobei Parallelen zum Disney-Fox-Deal gezogen werden, bei dem die Einnahmen laut Diskussionen der Aussteller auf der Veranstaltung im Caesars Palace in Las Vegas zwischen 2016 und 2025 um 1 Milliarde US-Dollar und damit um 70 % zurückgingen. Paramount-Führungskräfte können aufgrund von Kartellvorschriften noch keine Details mit Kinoketten erörtern, was Fragen zu Marketing, Vertrieb und Führungspositionen – etwa zu den Chefs der Warner Bros. Motion Picture Group, Michael De Luca und Pam Abdy – offen lässt. Michael O’Leary, CEO von Cinema United, bezeichnete die Gespräche mit Ellison als positiv, betonte jedoch die Notwendigkeit für mehr als bloße Versprechen. „Wir haben das schon früher gehört“, sagte O’Leary unter Verweis auf das nicht eingehaltene Versprechen von Warner-Bros.-CEO David Zaslav auf einer früheren CinemaCon, jährlich 20 Filme zu veröffentlichen. Nicht alle Betreiber teilen die Sorgen: Adams Arons von AMC zeigt sich wenig besorgt, während Sean Gamble von Cinemark beide Studios als langjährige Partner für das Kino lobte. Laut Comscore könnte ein fusioniertes Unternehmen bis Ende 2027 auf 42 Veröffentlichungen kommen, wobei Analysten darauf hinweisen, dass die Schuldenlast von 79 Milliarden US-Dollar trotz des Wachstums von Paramount+ und HBO Max auf zusammen 172 Millionen Abonnenten einen Fokus auf das Kinogeschäft erforderlich machen könnte.