Das Zentrum für die Untersuchung und Prävention von Flugunfällen (CENIPA) hat am Donnerstag (23.) seinen Abschlussbericht zum Voepass-Unfall von 2024 vorgelegt. Das Dokument kommt zu dem Schluss, dass das Flugzeug aufgrund technischer Mängel und Wetterbedingungen nicht hätte starten dürfen. Angehörige der Opfer kündigten eine Sammelklage auf Entschädigung an.
Der in Brasília vorgestellte CENIPA-Bericht identifizierte 19 Faktoren, die zum Absturz des Fluges 2283 in Vinhedo (SP) am 9. August 2024 beitrugen. Dazu gehörten der Defekt des Scheibenwischers, Mängel am Enteisungssystem und eine bei Voepass herrschende Kultur der Normalisierung von Abweichungen. Der Ermittler Oberstleutnant Paulo Mendes Fróes erklärte, dass das Flugzeug zu diesem Zeitpunkt nicht hätte starten dürfen.
Die Vereinigung der Angehörigen der Opfer des Fluges 2283 plant eine Sammelklage wegen immaterieller Schäden gegen die ANAC, ATR, Voepass und mögliche weitere Beklagte, die durch die Bundespolizei (PF) ermittelt werden. Anwalt Leonardo Amarante sagte, der Bericht habe „die gesamte Kette von Versäumnissen und Handlungen offengelegt“ und man erwarte den Abschluss der PF-Ermittlungen im August.
Die ANAC erklärte, sie werde die Empfehlungen innerhalb von 120 Tagen analysieren. Luiz Soper, Bruder einer bei dem Unfall verstorbenen Flugbegleiterin, bezeichnete den Bericht als aufschlussreich und betonte, dass die Familien Gerechtigkeit suchen, damit „die Verantwortlichen tatsächlich zur Rechenschaft gezogen werden“. Der Bericht weist keine Schuld zu, sondern enthält lediglich präventive Empfehlungen.