Eine Centrão-Fraktion äußert Bedenken hinsichtlich der Präsidentschaftsvorkandidatur von Flávio Bolsonaro für 2026 und fürchtet, dass eine rechte Spaltung Außenseiter wie Pablo Marçal stärken und Lulas Wiederwahl begünstigen könnte. Gruppenführer lehnen einen Bolsonaro-Sohn als Vizekandidaten auf einem Ticket mit Tarcísio de Freitas ab, obwohl Dissidenten eine Einigung vorschlagen, um eine Spaltung zu verhindern. Michelle Bolsonaro war derweil wütend, nicht über den Kandidaturstart konsultiert worden zu sein.
Der Centrão, ein Block von Mitte-rechts-Parteien, träumt von einem Präsidentschaftsticket für 2026 unter Führung des Gouverneurs von São Paulo, Tarcísio de Freitas (Republicanos), unterstützt von Jair Bolsonaro. Der Block hat jedoch immer die Idee abgelehnt, dass einer der Söhne des Ex-Präsidenten Vize wird, unter Berufung auf die hohe Ablehnungsrate des Namens Bolsonaro.
Die Vorkandidatur von Flávio Bolsonaro (PL-RJ) für den Planalto-Palast löste sofort Reibung aus. PP-Präsident und Senator Ciro Nogueira, ein Freund von Flávio, deutete an, dass das Vorhaben nicht machbar sei. União Brasil-Chef Antonio Rueda erklärte, dass die Wahl von Flávio die Polarisierung verstärken und wählerisch schädlich wäre. PSD-Chef Gilberto Kassab bekräftigte seine Vorliebe für Tarcísio oder alternativ Gouverneure wie Ratinho Jr. (Paraná) und Eduardo Leite (Rio Grande do Sul).
Eine Centrão-Dissidenz setzt jedoch auf Vermeidung einer Konfrontation mit Flávio und sucht eine Einigung, möglicherweise mit ihm als Vize. Sie argumentieren, dass der Name Bolsonaro allein Lula nicht besiegen kann, aber das Ausschließen des Clans aus dem Ticket ebenfalls eine Niederlage für die Rechte riskiert. Ein interner Konflikt könnte den Weg für Außenseiter ebnen, ähnlich wie Pablo Marçals Rolle im Bürgermeisterwahlkampf in São Paulo 2024, wo er fast das Stichwahl erreichte, aber Ricardo Nunes mit Bolsonaros Unterstützung gewann.
Für die Dissidenten würde eine rechte Spaltung Lulas Wiederwahl erleichtern. Michelle Bolsonaro, Leiterin von PL Mulher und das wichtigste Wahlatout des Clans laut Umfragen, vertraute Verbündeten ihren Zorn an, nicht konsultiert worden zu sein. „Sie war nicht zufrieden mit dem Verlauf. Sie ist das wichtigste Wahlatout des PL und hätte gehört werden müssen“, sagte eine Quelle aus dem Umfeld.