Flavio Cobolli sorgte bei den BMW Open in München mit einem 6:3, 6:3-Sieg über den Weltranglistendritten Alexander Zverev für eine Überraschung, brach aber nach dem Match in Tränen aus. Der 23-jährige Italiener hatte vom Tod seines 13-jährigen Freundes Mattia erfahren, mit dem er gemeinsam im Tennis Club Parioli in Rom trainiert hatte. Cobolli widmete den Sieg in einem emotionalen Beitrag in den sozialen Medien Mattia.
Cobolli fertigte den Lokalmatador Zverev am Samstag in nur 69 Minuten ab, sicherte sich damit seinen ersten Sieg gegen einen Top-5-Spieler und zog ins Finale gegen Ben Shelton ein. Statt zu jubeln, brach der Italiener an seiner Bank in Tränen aus. Die Trauer rührte von der Nachricht her, die er am Vortag erhalten hatte: Mattia war nach einem Sturz aus einem Fenster seines Hauses in Rom, 600 Kilometer entfernt, ums Leben gekommen. Cobolli hatte mit dem Jungen in dem Club trainiert, in dem er selbst seine Tenniskarriere begonnen hatte. Der Spieler teilte nach dem Match Fotos in den sozialen Medien und schrieb dazu: „Ein besonderer Sieg heute. Nicht nur für Tennis, sondern für etwas Größeres. Ich denke an Mattia, einen jungen Jungen aus meinem Club in Parioli. Dieser Sieg ist für dich.“ In einer längeren Nachricht schrieb er: „Jeden Punkt, den ich spiele, jeden Ball, den ich berühre, jeden Schritt, den ich mache, werde ich an dich denken, ich werde für dich spielen und ich werde dich überall hin mitnehmen. ... Ich liebe dich so sehr, kleiner Mattia.“ Rückblickend auf das Match bezeichnete Cobolli es als „eines meiner besten Spiele überhaupt, gegen einen meiner besten Freunde auf der Tour.“ Zverev und sein Team stehen dem Italiener nahe. Dies ist Cobollis zweites Finale in dieser Saison nach seinem Titel bei den Mexican Open vor über einem Monat und sein erster Sieg gegen einen Top-10-Spieler, der nicht aufgegeben hat. Im Finale am Sonntag wartet nun Shelton. Cobolli gewann ihre ersten beiden Begegnungen im Jahr 2024, doch Shelton konnte die letzten drei für sich entscheiden.