Im Département Somme, einst übersät mit kommunistischen Hochburgen, sind PCF-nahe Bürgermeister heute rar inmitten wirtschaftlichem Niedergang und dem Aufstieg des Rassemblement national. In Woincourt bedauert Bürgermeister Arnaud Petit das nächtliche Anbringen eines RN-Plakats, ein Zeichen für den wachsenden Druck auf linke Bastione. Älter werdende Militante und fehlende Nachfolger machen das politische Überleben vor den Wahlen 2026 prekär.
Die Somme, ein picardisches Département, das einst mit Schlossereien und Sanitärbetrieben florierte, beherbergte zahlreiche Hochburgen der Parti communiste français (PCF). Diese Industrien beschäftigten Hunderte von CGT-gewerkschaftlich organisierten Arbeitern, die dem PCF nahestanden. Doch die Wirtschaftskrise hat die Region Vimeu schwer getroffen, Werkstätten geleert und militante Basen geschwächt. nnHeute lassen sich Bürgermeister, die offen ihre PCF-Zugehörigkeit betonen, in dieser Gegend an einer Hand abzählen. Der Rassemblement national (RN) hat spektakuläre Fortschritte gemacht und bedroht die letzten linken Hochburgen. In Woincourt, einer Gemeinde mit 1.300 Einwohnern, verdeutlicht ein jüngstes Ereignis diesen Druck. In einer Februarnacht klebten RN-Militante diskret ein Plakat ihres lokalen Abgeordneten Matthias Renault, dessen Wahlkreis diese rebellische Gemeinde umfasst. Obwohl der RN bei der kommenden Kommunalwahl keine Liste aufstellt, soll die Aktion seine lauernde Präsenz signalisieren. nBürgermeister Arnaud Petit, ein 49-jähriger Kommunist, fand das Plakat unversehrt, ohne Vandalismus. „Niemals, aber niemals hätte man es früher so gelassen. Unsere Plakate hätten es schnell und ordentlich überklebt“, sagte er und gab seiner Verärgerung Ausdruck. Früher hätten Militante rasch reagiert, doch die Zeiten haben sich geändert. Die Mitglieder sind gealtert, und viele, enttäuscht von der Linkenunion und ihren unerfüllten Versprechen, haben sich abgewandt. Es fehlt an Nachwuchs, was den Kampf um politisches Überleben vor den Kommunalwahlen 2026 erschwert. nDieser Bericht beleuchtet die Zerbrechlichkeit der PCF-Amtsträger inmitten industriellem Niedergang und politischer Umstrukturierung in der Picardie.