Der Abgeordnete Santiago Castro hat einen Gesetzesentwurf zur Schaffung des Nationalen Programms für wirtschaftliche und finanzielle Bildung im formalen Bildungswesen vorgelegt. Die Initiative würde diese Themen an allen Schulen des Landes zur Pflicht machen.
Der Gesetzesentwurf legt fest, dass wirtschaftliche und finanzielle Bildung von der Vorschule bis zur elften Klasse ein obligatorischer Bestandteil des Lehrplans sein muss. In der Vorschule sollen grundlegende Konzepte zum Thema Geld vermittelt werden, während in der Sekundarstufe Themen wie Finanzplanung, Spar- und Kreditprodukte sowie eine grundlegende Steuerkunde behandelt werden sollen. Castro verwies auf Daten des PISA-Tests der OECD, bei dem Kolumbien im Bereich Finanzkompetenz 379 Punkte erzielte, was mehr als 120 Punkte unter dem Durchschnitt liegt. Er merkte zudem an, dass 40,5 % der Kolumbianer Zinseszinsen nicht berechnen können und 60,3 % nicht in der Lage sind, den Kaufkraftverlust durch Inflation zu erkennen. Bei einer Verabschiedung würde das Bildungsministerium die Richtlinien und Inhalte festlegen. Aktuell tätige Lehrkräfte würden an einem Fortbildungsprogramm teilnehmen, sodass drei Jahre nach Inkrafttreten der Regelung mindestens 70 % eine entsprechende Schulung erhalten haben. Der Gesetzesentwurf trägt im Repräsentantenhaus die Nummer 067 des Jahres 2026.