Die Wohnsiedlung Navjeevan Vihar in Delhi hat durch gemeinschaftliche Mülltrennung und -verarbeitung in acht Jahren mehr als eine Million Kilogramm Abfall von Deponien ferngehalten. Das Modell erregte nach einem Besuch des Vizegouverneurs Taranjit Singh Sandhu in dieser Woche Aufmerksamkeit.
Dr. Ruby Makhija zog im Februar 2017 in die Siedlung mit 280 Haushalten. Nachdem ihr Auto gestohlen worden war, trat sie der Residents’ Welfare Association bei und wurde später deren Schriftführerin. Gespräche mit der Stadtverwaltung von Delhi über Vorschriften zur Abfallwirtschaft veranlassten die Gruppe dazu, 2019 ein Zero-Waste-Projekt zu starten.
Die Bewohner trennen ihren Abfall nun täglich in organischen, wiederverwertbaren und gefährlichen Müll. Organischer Abfall wird vor Ort kompostiert, während der wiederverwertbare Abfall an ein Zentrum für Müllvermeidung und Recycling geht. Die Siedlung produziert täglich 250 bis 275 Kilogramm Abfall und gibt an, mehr als eine Million Kilogramm von Deponien ferngehalten zu haben.
Makhija gründete die NGO Why Waste Wednesdays, um anderen Gebieten bei der Einführung ähnlicher Systeme zu helfen. Sie merkte an, dass es kleineren Siedlungen oder Gegenden mit geringerem Einkommen oft an Mitteln und Infrastruktur fehle. Der kürzliche Besuch des Vizegouverneurs hat Gespräche über eine stadtweite Ausweitung des Ansatzes angestoßen.