Der CEO von Waste4Change, Mohammad Bijaksana Junerosano, hat angesichts einer nationalen Müllkrise eine umfassende Überarbeitung des indonesischen Abfallwirtschaftssystems gefordert. Er betonte ein Potenzial der Kreislaufwirtschaft von 500 Billionen Rupiah pro Jahr, sofern eine starke Infrastruktur und entsprechende Ökosysteme vorhanden sind. Die Äußerungen fielen bei einer Medienveranstaltung zum Tag der Erde in Jakarta am 20. April 2026.
Indonesien produziert täglich etwa 144.000 Tonnen Abfall, was dem Gewicht von 12 Borobudur-Tempeln entspricht, doch nur 25 Prozent davon werden ordnungsgemäß bewirtschaftet. Die restlichen 75 Prozent landen auf offenen Deponien, was seit dem Gesetz Nr. 18 aus dem Jahr 2008 verboten ist. „Unser Müll wird zwar abgeholt, aber wohin? Es stellt sich heraus, dass 75 Prozent nicht verwaltet werden“, sagte Bijaksana, der als Sano bekannt ist, während der Veranstaltung.
Die offene Mülldeponierung birgt hohe Risiken, wie etwa Erdrutsche, wie die Tragödie von Leuwigajah im Jahr 2005, bei der über 150 Menschen ums Leben kamen, sowie Zwischenfälle auf der Deponie Bantargebang. Sano betonte die Notwendigkeit einer strikten Strafverfolgung, um Verstöße anzugehen, die als normal angesehen werden.
Das derzeitige System ist linear: Man nimmt aus der Natur, nutzt es und wirft es weg, wodurch „neue Müllberge“ entstehen. Sano zitierte eine Studie von Bappenas, die das jährliche Potenzial der Kreislaufwirtschaft auf 500 Billionen Rupiah schätzt, welches aufgrund einer schwachen Infrastruktur für die Sammlung und Rückgewinnung von Materialien bisher ungenutzt bleibt.
Die Lösungen gehen über Technologien wie PSEL oder TPS3R hinaus und erfordern ein vollständiges Ökosystem: Vorschriften als Boden, Zusammenarbeit als Wasser und Finanzierung als Sonnenlicht. Er sprach sich für die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) und Abfallgebühren aus, da 80 Prozent der Kosten auf feste öffentliche Dienstleistungen entfallen.