Der ehemalige Weltranglistenachte Diego Schwartzman hat den Spielplan der ATP-Tour als chaotisch und unorganisiert kritisiert. In einem Interview mit Clay forderte der zurückgetretene argentinische Tennisspieler eine grundlegende Überarbeitung nach dem Vorbild anderer Sportarten. Er argumentierte, dass selbst Fernsehzuschauer Schwierigkeiten hätten, den Turnieren und deren Punktesystemen zu folgen.
Diego Schwartzman, der 2024 zurücktrat und nun für Tennis Australia arbeitet, bezeichnete den aktuellen ATP-Kalender als das größte Problem im Tennis. „Im Moment ist es verrückt – selbst die Leute, die vor dem Fernseher sitzen, wissen nicht, welches Turnier sie gerade sehen oder wie viele Punkte es jeweils gibt. Es muss irgendwie organisiert werden“, sagte er gegenüber Clay. Schwartzman schlug eine strukturierte Tour vor, die sich auf Elite-Events wie Grand Slams und Masters-1000-Turniere konzentriert, die über einen einzigen Kanal oder eine App zugänglich sind, und zog dabei Parallelen zur Formel 1, zum Golfsport und zur NBA. Er plädierte für einen kürzeren Kalender, bei dem diese Veranstaltungen Vorrang vor Turnieren niedrigerer Kategorien haben. Die ATP hat bereits einige Anpassungen vorgenommen und die Anzahl der für Spieler der Top 30 verpflichtenden Turniere reduziert: vier Grand Slams, neun Masters 1000, die ATP Finals bei Qualifikation sowie vier ATP-500-Turniere statt bisher fünf. Die Ranglistenberechnung basiert nun auf 18 statt 19 Turnieren, und die Anzahl der ATP-250-Events wurde von 38 auf 29 gesenkt. Weitere Reduzierungen sind bis 2028 geplant, ebenso wie ein neues Masters 1000 in Saudi-Arabien. Andere Spieler teilen diese Bedenken. Stefanos Tsitsipas bezeichnete das zweiwöchige Format der Masters-1000-Turniere als „Rückschritt“, der aufgrund unzureichender Erholungszeit die Leistungsqualität mindere. Andy Roddick erklärte in seinem Podcast, dass Topspieler wie Carlos Alcaraz und Jannik Sinner unter dem kräftezehrenden Zeitplan leiden würden, wofür auch die Fans den Preis zahlten. Alcaraz ließ das Shanghai Masters im vergangenen Jahr zur Verletzungsprävention aus, während Sinner dort unter schwierigen Bedingungen während eines Spiels aufgeben musste. ATP-Vorsitzender Andrea Gaudenzi befürwortet eine längere Saisonpause für eine bessere Vorbereitung, und die Fusionsgespräche mit der WTA dauern an, während Forderungen nach mehr Ruhezeiten zur Verringerung von Verletzungen lauter werden.