Gouverneur der ägyptischen Zentralbank klärt Rolle der Bank jenseits des Währungsdrucks

Hassan Abdalla, Gouverneur der Zentralbank Ägyptens, nahm an der zweiten AlUla-Konferenz für Volkswirtschaften der Schwellenmärkte teil und betonte, dass die Rolle der Bank nicht darin bestehe, die Währung nach oben oder unten zu drücken, sondern ein resilientes Politikänderwerk aufzubauen. Er skizzierte Ägyptens Reformprogramm für die Wirtschaft, das im März 2024 gestartet wurde, und wies auf den Rückgang der Inflation von rund 40 % auf fast 12 % hin. Er hob auch Verbesserungen bei zentralen Wirtschaftsindikatoren inmitten globaler Herausforderungen hervor.

Hassan Abdalla, Gouverneur der Zentralbank Ägyptens (CBE), nahm an der zweiten AlUla-Konferenz für Volkswirtschaften der Schwellenmärkte teil, die vom saudischen Finanzministerium in Partnerschaft mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) organisiert wurde. Die Veranstaltung brachte den saudischen Finanzminister Mohammed bin Abdullah Al-Jadaan, IWF-Direktorin Kristalina Georgieva, Zentralbankgouverneure, Finanzminister und globale Wirtschaftsexperten zusammen. Unter dem Motto „Abstimmung wirtschaftlicher Politiken zur Unterstützung von Schwellenmärkten inmitten globaler Handelsherausforderungen und monetärer Transformationen“ fand die Konferenz statt und behandelte schnelle globale wirtschaftliche Veränderungen sowie Chancen für Schwellenmärkte im Handel, in der Finanzierung und in der Politikgestaltung. In der Sektion „Geldpolitik inmitten struktureller Veränderungen in der Weltwirtschaft“ gab Abdalla einen Überblick über Ägyptens Wirtschaftsreformprogramm, das im März 2024 begonnen wurde und eine Inflationszielvorgabe sowie ein vollständig flexibles Wechselkursregime einführte. Er beschrieb dies als Kernveränderung im monetären Rahmen Ägyptens, die den Fokus der CBE von der Zielvorgabe eines spezifischen Wechselkurses auf den Aufbau eines starken Politiksystems verlagert. Abdalla betonte: „Die Rolle der CBE besteht nicht darin, die Währung nach oben oder unten zu drücken, sondern ein starkes und resilientes System zu schaffen, das es dem Wechselkurs ermöglicht, auf Angebots- und Nachfragekräfte zu reagieren.“ Er wies darauf hin, dass staatliche Maßnahmen die Inflation erfolgreich von etwa 40 % auf fast 12 % gesenkt haben, was das Vertrauen in die Wirtschaft gestärkt hat. Er forderte auf, globale Entwicklungen in die Politik einzubeziehen, in stabilen Zeiten Vorsorgreserven aufzubauen und die Kommunikation zwischen Zentralbanken zu verbessern, insbesondere zwischen Schwellen- und fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Der Gouverneur hob die Arbeit der CBE an einem Zentrum für Data Science und fortgeschrittene Analytik hervor, sowie die Entwicklung von Nowcasting-Tools und vorwärtsgerichteten Indikatoren, um Echtzeitbedingungen besser zu erfassen und Entscheidungen zu informieren. Er verwies auf die Erholung der Suezkanal-Einnahmen nach einem Rückgang, Rekordtourismus bei Besuchern und Ausgaben sowie den Purchasing Managers’ Index (PMI) über 50 Punkten, was auf eine Expansion des Privatsektors hinweist. Abdalla erklärte, dass die ägyptische Wirtschaft vielversprechende Chancen bietet, die die Risiken überwiegen, trotz externer Schocks. In einer weiteren Sektion „Stärkung des globalen Finanzsicherheitsnetzes“ betonte er die Bedeutung der Reservenqualität neben der Größe und die Nutzung von Stresstests, um Niveaus an spezifische Risiken anzupassen. Ägyptens Nettointernationale Reserven erreichten im Januar 2026 einen Rekordwert von 52,6 Milliarden US-Dollar, die 6,3 Monate Importe und 158 % der kurzfristigen Auslandsschulden decken. Im Rahmen der Veranstaltung führte Abdalla bilaterale Gespräche mit internationalen Vertretern über globale Risiken und Politikkoordination.

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