Ein Vorschlag, Suezkanal-Vermögenswerte oder -einnahmen an die Central Bank of Egypt (CBE) zu übertragen, hat eine Debatte über die Unabhängigkeit der Institution und die nationale wirtschaftliche Sicherheit ausgelöst. Experten sehen den Schritt als temporäre Lösung für die Staatsverschuldung, aber mit strukturellen Risiken beladen. Die Analyse wägt unterstützende und ablehnende Argumente für eine ausgewogene Bewertung ab.
In der ägyptischen Wirtschaft schlägt ein Vorschlag vor, das Eigentum an Suezkanal-Vermögenswerten oder -einnahmen an die Central Bank of Egypt (CBE) zu übertragen, im Austausch für die Streichung der massiven Staatsschulden bei der Institution. Auf den ersten Blick wirkt dies wie eine clevere Finanztechnik, wirft jedoch fundamentale Fragen zur nationalen wirtschaftlichen Sicherheit und zur Unabhängigkeit der Zentralbank auf. Aus struktureller Oppositionssicht ist die Hauptrolle der Zentralbank die Überwachung der Geldpolitik, nicht das Management kommerzieller oder industrieller Vermögenswerte wie des Kanals. Dies würde einen Interessenkonflikt schaffen und die internationale Glaubwürdigkeit der Bank als unabhängiger Regulator untergraben, insbesondere da sie historische Beteiligungen an Geschäftsbanken wie United Bank abstoßen möchte. Der Kanal als souveräne Einheit unter einzigartigen Gesetzen würde enorme legislative und verfassungsrechtliche Hürden begegnen, wenn er in die Bilanz der CBE aufgenommen würde, was die Stabilität des ägyptischen Pfunds zu Geiseln geopolitischer Spannungen macht – jede globale Störung des Schiffsverkehrs könnte die Finanzen der Bank direkt treffen. Es birgt das Risiko einer «Bilanzkosmetik»-Falle, bei der Schulden vom Finanzministerium zur CBE verschoben werden, ohne strukturelle Lösung, was möglicherweise zu mehr Krediten verleitet. Darüber hinaus betonen globale Ratingagenturen wie Moody’s und Standard & Poor’s Nettoliquidität; der Ersatz staatlicher Schulden durch einen illiquiden Vermögenswert wie den Kanal könnte die Liquidität der Bank schwächen, entgegen den Vorlieben für Gold, Bargeld und marktfähige Wertpapiere. Aus prozeduraler Unterstützungssicht argumentieren Befürworter für eine Bilanzoptimierung, indem «unproduktive» Staatsverschuldung in «produktive» Vermögenswerte umgewandelt wird, die Devisen generieren, Milliarden an Zinszahlungen sparen, das Haushaltsdefizit senken und Raum für Sozialausgaben und Infrastruktur schaffen. Rechtlich könnte die Unterstellung des Kanals unter die CBE größere staatliche Immunität gegenüber ausländischen Ansprüchen bieten und günstigere Anleihenemissionen ermöglichen, gestützt auf seine zuverlässigen Einnahmen und die Kreditwürdigkeit der Bank. In der abschließenden Bewertung wird der Vorschlag als kosmetische statt strukturelle Lösung gesehen, die Risiken in einem Korb konzentriert und heimliche inflationsfördernde Schuldenfinanzierung riskiert. Er mag der Regierung attraktiv sein, um das Schulden-BIP-Verhältnis zu senken, überschreitet jedoch eine politische und öffentliche «rote Linie» beim Kanal und stößt wahrscheinlich auf IMF-Widerstand wegen des Fokus auf Zentralbankunabhängigkeit und Reformtransparenz. Ohne erfolgreiche internationale Präzedenzfälle warnt er vor volatilen Ergebnissen; der Schutz des Kanals und der CBE erfordert unabhängige Wege für echtes Ressourcenwachstum und Entwicklung. Geschrieben von Mohamed Abdel Aal, Bankexperte.