Ägyptens Minister für Petroleum und Mineralische Ressourcen Karim Badawi hat Pläne angekündigt, 480 Erkundungsbohrungen für Öl und Gas mit Investitionen in Höhe von 5,7 Milliarden Dollar in den nächsten fünf Jahren durchzuführen. Die Initiative soll den rückläufigen Erdgasoutput umkehren und die Eigenversorgung mit Rohöl erreichen. Badawi sprach auf der 9. Al-Ahram-Energie-Konferenz.
In einem Schritt zur Stärkung der Energieproduktion erklärte Badawi, dass der Petrosektor vom Rückgang zur Stabilität übergeht, mit Zielen für eine schrittweise Erhöhung der Gasproduktion zum ersten Mal seit vier Jahren. Das Erkundungsprogramm umfasst das Bohren von 101 Bohrlöchern im Jahr 2026 sowie erweiterte Seismikuntersuchungen über 100.000 Quadratkilometer in der Westlichen Wüste und 95.000 Quadratkilometer im Östlichen Mittelmeer mit Ocean-Bottom-Node-(OBN)-Technologie.
Der Minister hob große Kapitalverpflichtungen internationaler Partner hervor: Italiens Eni plant 8 Milliarden Dollar, BP 5 Milliarden Dollar und Archius 3,7 Milliarden Dollar zur Entwicklung von Ölund Gasressourcen. Die Regierung strebt zudem die Eigenversorgung mit Rohöl innerhalb von fünf Jahren durch Investitionsanreize und neue Produktionstechnologien an.
Im Rahmen der nationalen Energ strategi zielt Ägypten darauf ab, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis 2030 auf 42 % zu steigern, sodass Erdgas wertschöpfende Industrien wie Petrochemie und Düngemittel unterstützen kann, um Exporte zu fördern. Im Hinblick auf den Wechsel zu grüner Energie umfassen die Pläne die Reduzierung der Abhängigkeit von traditionellen Brennstoffen und Investitionen in nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF), grünen Ammoniak und Bioethanol. Effizienzmaßnahmen haben bereits die CO₂-Emissionen um 1,4 Millionen Tonnen gesenkt. Badawi wies auch auf Reformen im Bergbausektor hin, einschließlich einer nationalen luftgestützten geophysikalischen Vermessung, um globale Unternehmen zu Ägyptens Mineralvorkommen zu locken.