Ägypten will den Anteil des Privatsektors an den Gesamtinvestitionen bis 2030 auf über 70 % steigern, kündigte Planungsministerin Rania Al-Mashat an, nach einem BIP-Wachstum von 5,3 % im ersten Quartal des Fiskaljahres 2025/26. Dieses Wachstum übertraf die Erwartungen der Regierung, angetrieben durch industrielle Erholung und starke Leistungen im Tourismus und in der IuK. Al-Mashat betonte strukturelle Reformen zur Förderung privater Investitionen und Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität.
In einem Interview mit CNBC Arabia am Dienstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos erklärte Planungs-, Wirtschaftsentwicklungs- und Internationale Kooperationsministerin Rania Al-Mashat, dass das 5,3 %ige BIP-Wachstum Ägyptens im ersten Quartal des Fiskaljahres 2025/26 die Erwartungen übertraf. Diese Leistung wurde durch einen Rückgang im Industriesektor sowie starke Ergebnisse im Tourismus und in der Information- und Kommunikationstechnologie angetrieben. Der Suezkanal hat nach zwei Jahren des Rückgangs wieder positiv zum BIP beigetragen, da große Schifffahrtslinien die Durchfahrten durch den Wasserweg wieder aufgenommen haben. Derzeit machen private Investitionen etwa 65 % der Gesamtinvestitionen aus. Die Regierung wendet „Governance öffentlicher Investitionen“ an, um Staatsausgaben zu drosseln und Platz für privates Kapital zu schaffen. Die Bemühungen konzentrieren sich auf strukturelle Reformen in handelbarem Sektoren wie Fertigung, Energie und Landwirtschaft, um das 70 %-Ziel bis 2030 zu erreichen. Al-Mashat hob die zweite Ausgabe des „Nationalen Narrativs für umfassende Entwicklung“ hervor, eine Strategie, die wirtschaftliche und soziale Politiken mit Input von 120 Experten verbindet. Sie wird dem neuen Repräsentantenhaus vorgelegt und betont menschliche Entwicklung, Bildung und universelle Krankenversicherung. Erstmals hat die Regierung ein Nationales Programm für strukturelle Reformen mit Zeitplänen und Leistungsindikatoren veröffentlicht. Dazu gehört die Einführung von „programm- und leistungsbasierter Haushaltsplanung“ in allen Ministerien, um das Wachstum pro Kopf und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu überwachen. Die übergeordneten Ziele sind makroökonomische Stabilität zu sichern, die Lebensqualität der Bürger zu verbessern, ein wettbewerbsfähiges Geschäftsumfeld zu fördern und den Übergang zu grüner Energie zu unterstützen.