Ingenieur Fesseha Atlaw mit über 40 Jahren Erfahrung in der Digitalisierung der äthiopischen Schrift teilt in einem Februar-2026-Interview mit Tadias Magazine aus New York Einsichten zur Entwicklung der Sprachentechnologie. Vom frühen Font-Design bis zur Unicode-Standardisierung zeichnet er den Weg nach, der nun KI-Tools für Amharisch und andere äthiopische Sprachen unterstützt. Die Diskussion beleuchtet Chancen, Herausforderungen und ethische Aspekte der KI-Integration mit unterrepräsentierten Schriften.
Ingenieur Fesseha Atlaw begann in den 1980er Jahren damit, die äthiopische Schrift in Computer zu integrieren, indem er Schriften Pixel für Pixel gestaltete und zu Unicode-Standards beitrug. 1989 arbeitete er mit dem Xerox-Wissenschaftler Dr. Joseph Becker an einem mehrsprachigen Textverarbeiter für Sendungen von Voice of America zusammen. Atlaw war stimmberechtigtes Mitglied des Unicode Technical Committee und vertrat Hewlett-Packard sowie sein Unternehmen Dashen Engineering. ًننIm Zeitalter der Künstlichen Intelligenz profitieren äthiopische Sprachen von der Unicode-Einbindung, wodurch KI-Tools Dokumente übersetzen, Gedichte erzeugen, Lieder komponieren, auf Amharisch plaudern und äthiopische Texte vorlesen können. Modelle wie GPT-4 und DeepSeek verarbeiten amharische Namen nun genauer mit über 80 % Trefferquote, obwohl kulturelle Nuancen herausfordernd bleiben. Atlaw hebt Verbesserungen bei der Interpretation von Sprichwörtern und 'Wachs und Gold'-Ausdrücken hervor. ًننJunge äthiopische Technologen in Äthiopien und der Diaspora treiben KI-Anwendungen für äthiopische Sprachen voran. Projekte umfassen Hasab.ai für Sprach-zu-Text und Übersetzung, Ehud AI für Inhaltsgenerierung, MetaAppz.com für Spiele und Tools, EthiopicApps.org als Software-Hub sowie das Ethiopian Artificial Intelligence Institute (EAII) für die Integration in öffentliche Dienste. Die Endrias Fesseha Atlaw Foundation (EFAW) veranstaltet jährliche Wettbewerbe für äthiopische App-Entwicklung mit Hunderten Teilnehmern. ًننAtlaw ist optimistisch hinsichtlich des KI-Potenzials, warnt jedoch vor Risiken. 'Künstliche Intelligenz ahmt menschliches Denken nach, verwischt aber die Grenze zwischen Wahrheit und Fiktion', sagt er. Er betont ethische Nutzung, insbesondere für Äthiopiens kulturelles und religiöses Erbe, und rät zur Wachsamkeit, während KI alte Texte wie das Buch Henoch analysiert.