Auf der Weltklimakonferenz in Belém hat die EU einen eigenen Textentwurf vorgelegt, um Fortschritte bei einem globalen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas zu erzielen. EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra betonte die Wichtigkeit eines ehrgeizigen Plans. Der Vorschlag stößt jedoch auf Widerstand von Öl-exportierenden Staaten.
Die Europäische Union drängt auf der UN-Klimakonferenz in Belém, Brasilien, auf einen Fahrplan für den weltweiten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Im Endspurt der Verhandlungen legte die EU einen eigenen Textentwurf vor, um den Plan so ehrgeizig wie möglich zu gestalten. Niederländischer EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra erklärte: «Und wir müssen sicherstellen, dass nicht nur die Europäer, sondern so viele andere wie möglich diesen Fahrplan unterstützen können. Deshalb legen wir unseren eigenen Vorschlag auf den Tisch.»
Hoekstra nannte Klarheit über den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas einen entscheidenden Faktor für den Erfolg der Konferenz, unabhängig von Entscheidungen zur Anpassung an die Klimakrise. Die EU wies darauf hin, dass die bisherigen nationalen Klimaschutzpläne der Staaten nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.
Deutschland hatte sich bereits am Vortag zusammen mit Dutzenden anderen Staaten für einen solchen Fahrplan stark gemacht. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte: «Es geht darum, sich von fossilen Energieträgern zu befreien.» Gegen den Plan wehren sich reiche Golfstaaten wie Saudi-Arabien, die Milliarden mit Öl und Gas verdienen.
Hoekstra erinnerte an die Entscheidungen der Klimakonferenz in Dubai vor zwei Jahren: Die Verdreifachung der Kapazitäten erneuerbarer Energien bis 2030 und die Verdopplung des Tempos bei der Steigerung der Energieeffizienz sollen in den Plan einfließen.
Der brasilianische Gastgeber plant, bald neue Textentwürfe für das Abschlussdokument vorzulegen, was zeigen wird, ob die EU-Vorschläge Zustimmung finden. Parallel dazu wird in der EU über eine Abschwächung des Klimaschutzes debattiert; die EU-Kommission will das Ziel für den Ausstieg aus neuen Verbrennungsmotoren nach 2035 noch in diesem Jahr überprüfen.