Frank Gehry, visionärer Architekt, stirbt mit 96 Jahren

Der amerikanisch-kanadische Architekt Frank Gehry ist am Freitag im Alter von 96 Jahren an einer Atemwegserkrankung in Santa Monica, Kalifornien, gestorben. Bekannt für seine kühnen, dekonstruktivistischen Formen, prägte er die Architektur mit ikonischen Werken wie der Fondation Louis Vuitton in Paris und dem Guggenheim-Museum in Bilbao. Sein Tod hinterlässt ein umfangreiches Erbe an Innovation und städtischer Erneuerung.

Frank Gehry, geboren 1929 in Toronto und mit 17 Jahren in die USA gekommen, änderte 1954 seinen Namen von Frank Owen Goldberg zu Frank Owen Gehry. Sohn eines Händlers mit einer musikliebenden Mutter, begann er in den 1960er-Jahren seine Karriere, arbeitete für Bauträger und Stadtplanungsbehörden, während er Einfamilienhäuser und Künstlerateliers entwarf. Eng verbunden mit Künstlern wie Richard Serra und Jasper Johns, ließ er sich von der europäischen Kultur inspirieren, von Le Corbusier bis zu romanischen Kirchen.

Sein Haus in Santa Monica, in den 1970er-Jahren um ein Bungalow aus den 1920er-Jahren erweitert mit billigen Materialien wie Wellblech und Maschendrahtzaun, wurde zu einem architektonischen Manifest. 1978 legte das Gehry House den Grundstein für seinen Patchwork-Stil. Die Loyola Law School in Los Angeles 1984 mit ihren leuchtenden Farben und freistehenden Säulen festigte seinen Ruf als Radikaler.

Das Guggenheim in Bilbao, 1997 mit 33.000 Titanpaneelen und asymmetrischen Formen eröffnet, belebte die Industriestadt neu und zieht jährlich über eine Million Besucher an. Das Dancing House in Prag 1996, eine Zusammenarbeit mit Vlado Milunić, das ein tanzendes Paar evoziert, ist eine Touristenattraktion.

Die Fondation Louis Vuitton in Paris, 2014 für Bernard Arnault eröffnet, mit zwölf Glassegeln und einem 13.500 m² großen Gewächshaus, inspiriert vom Palmarium, symbolisiert Modernität. „Ein Gebäude, das sich mit der Stunde und dem Licht verändert, wie eine wandelnde Welt“, sagte Gehry. Die Fondation Luma in Arles, ein 156 Meter hoher Turm für Maja Hoffmann, zeigt seinen anhaltenden Enthusiasmus mit 88 Jahren.

Pritzker-Preisträger 1989 und Goldener Löwe 2008, nutzte Gehry ab den 1990er-Jahren digitales Modellieren für unglaubliche Formen, wie beim Guggenheim Abu Dhabi, das 2026 fertiggestellt wird. Bernard Arnault reagierte: „Ich bin unermesslich traurig über den Tod von Frank Gehry, an dem ich einen sehr lieben Freund verliere und für den ich immer unendliche Bewunderung hegen werde.“ Seine Werke, von der französischen Cinémathèque bis zum Walt Disney Concert Hall, befreien die Architektur von klassischen Kanons.

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