Französischer Rat schlägt umfassende Reform der Vermögensbesteuerung vor

Frankreichs Conseil des prélèvements obligatoires hat am 1. Dezember einen Bericht veröffentlicht, der die Vermögensbesteuerung des Landes als komplex und ungleich kritisiert. Er empfiehlt eine umfassende Überholung, beginnend mit Erbschafts- und Schenkungssteuern. Das Dokument fällt in jüngste Kontroversen um Grundsteuerreformen.

Der Conseil des prélèvements obligatoires (CPO), eine unabhängige Einrichtung, die der Cour des comptes angehört und aus Richtern, hohen Beamten und Experten besteht, hebt die Mängel der französischen Vermögensbesteuerung hervor. Am Montag, dem 1. Dezember, veröffentlicht, beschreibt der Bericht das System als „komplex“, „ungleich“, als „Quelle wirtschaftlicher Verzerrungen“ und „ineffektiv“ im Hinblick auf die Ziele der öffentlichen Politik.

Der CPO plädiert für zahlreiche Reformen und priorisiert eine Überholung der Steuern auf Übertragungen wie Erbschaften und Schenkungen. Diese Empfehlung ist Teil eines breiteren Aufrufs zu einem vollständigen Neustart der Vermögensbesteuerung.

Das Thema wurde kürzlich durch die Kontroverse um die Grundsteuer exemplarisch verdeutlicht, die älteste und bedeutendste Abgabe auf Vermögen. Das Wirtschaftsministerium hatte leise geplant, seine veraltete Berechnungsgrundlage zu aktualisieren, was potenziell die Rechnungen für Millionen von Eigentümern erhöht hätte. Angesichts weit verbreiteter Gegenreaktionen ist die Regierung schnell zurückgerudert. Am 26. November kündigte Premierminister Sébastien Lecornu an, dass er den zuständigen Ministern angewiesen habe, die Frist zu verlängern und jegliche Erhöhung bis „Mai oder Juni“ auszusetzen, um den Plan neu zu bewerten.

Obwohl technisch gerechtfertigt – die Steuer ist regressiv geworden und belastet kleinere Eigentümer stärker –, werfen solche Änderungen politische Fragen nach ihrer Durchführbarkeit auf.

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