Das deutsche Biathlon-Team hat die Weltcupsaison erstmals ohne einen Sieg abgeschlossen. Philipp Nawrath belegte im abschließenden Massenstart in Oslo den zweiten Platz, nur 3,7 Sekunden hinter Sieger Johan-Olav Botn. Insgesamt gab es nur neun Podestplätze in 69 Rennen.
Die Biathlon-Weltcupsaison 2023/2024 endete für das deutsche Team historisch schwach: Erstmals seit dem gemeinsamen Weltcup-Auftreten von Männern und Frauen 1987/1988 gab es keinen Sieg. In 69 Rennen seit November erzielten die Deutschen nur neun Podestplätze. Philipp Nawrath, der beste deutsche Biathlet, wurde im Massenstart in Oslo Zweiter. Er traf alle 20 Scheiben und lag nur 3,7 Sekunden hinter dem Norweger Johan-Olav Botn zurück. „Das war eine Genugtuung. So perfekt am Schießstand durchzukommen, war genial und gibt mir ein gutes Gefühl“, sagte der 33-Jährige aus Nesselwang im ZDF. Dritter wurde der französische Gesamtweltcupsieger Eric Perrot. Nawrath erzielte die besten deutschen Ergebnisse mit zwei zweiten Plätzen, daneben gab es sieben dritte Ränge, darunter für die Mixed-Staffel bei den Olympischen Winterspielen in Italien – die einzige Medaille dort. Sportdirektor Felix Bitterling räumte ein: „Wir müssen uns ankreiden, dass wir es dieses Jahr nicht so hingekriegt haben, wie wir uns das vorgenommen hatten.“ Nach dem Rücktritt von Franziska Preuß, die vor knapp einem Jahr den letzten deutschen Sieg holte, fehlt eine Nachfolgerin. Preuß, die in Oslo als Zuschauerin dabei war, sagte: „Es ist voll okay, am Streckenrand zu stehen.“ Ab 1. Mai übernimmt Bernd Eisenbichler als neuer Sportdirektor beim Deutschen Skiverband. Die Trainer Kristian Mehringer und Sverre Olsbu Röiseland geben das Frauenteam ab.