Ein Münchner Gericht hat am Donnerstag 12 Mitglieder eines nigerianischen organisierten Verbrecherrings wegen ihrer Beteiligung an sogenannten Romance-Scams und Geldwäsche zu Haftstrafen zwischen drei Jahren und vier Monaten sowie achteinhalb Jahren verurteilt.
Das Gericht sprach die zwischen 34 und 55 Jahre alten Männer schuldig, ein internationales Netzwerk betrieben zu haben, das mit gefälschten Identitäten Opfer in sozialen Medien und auf Dating-Apps ins Visier nahm. Die Betrüger gaben sich als im Nahen Osten stationierte US-Soldaten aus und brachten ihre Opfer, bei denen es sich meist um Frauen, ältere Menschen oder Personen mit Behinderungen handelte, dazu, Geld für erfundene medizinische, Reise- oder Zollkosten zu überweisen.
Die Erlöse wurden an die Neo Black Movement of Africa, auch bekannt als Black Axe, weitergeleitet, eine in Nigeria ansässige, aber weltweit aktive Organisation. Die deutsche Polizei nahm die Gruppenmitglieder nach jahrelangen Ermittlungen im April 2024 fest.
Viele Opfer erstatteten damals keine Anzeige, weil sie sich für die Manipulation schämten, teilte die bayerische Polizei nach dem Einsatz mit.