Florian Wirtz erzielte zwei Tore und bereitete zwei weitere vor, während Deutschland zweimal einen Rückstand aufholte und die Schweiz in einem spannenden WM-Vorbereitungsspiel im St. Jakob-Park in Basel mit 4:3 besiegte. Der 21-jährige Mittelfeldspieler des FC Liverpool bezeichnete das Spiel als seinen herausragenden Einsatz für die Nationalmannschaft, während Trainer Julian Nagelsmann die Offensive lobte, jedoch defensive Schwächen anmerkte.
Deutschland sicherte sich einen 4:3-Sieg (Halbzeit 2:2) gegen die Schweiz im ersten Länderspiel des FIFA-Weltmeisterschaftsjahres 2026 vor 34.316 Zuschauern im St. Jakob-Park in Basel. Florian Wirtz vom FC Liverpool war der herausragende Akteur des Abends und war mit zwei außergewöhnlichen Treffern und zwei Assists an allen vier Toren beteiligt. Dies markiert die sechste Torbeteiligung von Wirtz in seinen letzten beiden Länderspielen und beendete die 18-jährige sieglose Durststrecke Deutschlands gegen die Schweiz (der erste Sieg seit einem 4:0-Freundschaftsspiel im Jahr 2008).
Die Schweiz ging in der 17. Minute durch Dan Ndoye (Vorlage: Granit Xhaka) nach einem Abwehrfehler von Nico Schlotterbeck in Führung. Deutschland glich in der 26. Minute aus, als Jonathan Tah eine Flanke von Wirtz zu seinem ersten Länderspieltor einköpfte. Breel Embolo brachte die Gastgeber in der 41. Minute per Kopfball nach Vorarbeit von Silvan Widmer erneut in Führung, doch Serge Gnabry glich kurz vor der Halbzeit (45+2) nach einem Lupfer von Wirtz aus.
In der zweiten Halbzeit schlenzte Wirtz Deutschland in der 62. Minute aus der Distanz in Führung. Die Schweiz glich durch Joel Monteiro in der 78. Minute aus, doch Wirtz besiegelte den Sieg in der 86. Minute mit einem Treffer nach Zuspiel von Pascal Gross.
Deutschland trat mit Oliver Baumann im Tor an; die Verteidigung bildeten Joshua Kimmich, Nico Schlotterbeck, Jonathan Tah und David Raum; im Mittelfeld spielten Angelo Stiller und Leon Goretzka; im Angriff standen Leroy Sané, Florian Wirtz, Serge Gnabry und Kai Havertz. Die Schweiz startete mit Gregor Kobel im Tor; in der Verteidigung standen Silvan Widmer, Nico Elvedi, Manuel Akanji und Ricardo Rodriguez; im Mittelfeld spielten Simon Sohm, Fabian Rieder und Granit Xhaka; im Angriff agierten Dan Ndoye, Breel Embolo und Ruben Vargas.
Im Rückblick bezeichnete Wirtz das Spiel als seinen besten Auftritt für Deutschland: „Wahrscheinlich ja. Bei so vielen Torbeteiligungen, ja." Über seine Tore sagte er: „Beim ersten Tor würde ich lügen, wenn ich sagen würde, dass ich genau das wollte, aber ich nehme es mit. Beim zweiten Tor sieht man, dass der Ball genau da landen sollte, wo ich ihn hinhaben wollte." Mit Blick auf die Zukunft fügte er hinzu: „Natürlich wollen wir alle das Finale erreichen und den WM-Pokal nach Hause holen. Wir wissen, dass es schwer wird, aber wir haben einen großartigen Kader und müssen uns nicht verstecken. Wir haben eine sehr gute Mannschaft und sehr gute Verteidiger. Es ist schon eine Weile her, dass wir zusammen gespielt haben. Die Gegentore waren vermeidbar. Wir werden daran arbeiten, das zu verbessern."
Nagelsmann lobte Wirtz: „Flo hat ein paar außergewöhnliche Tore erzielt, das muss man sagen. Flo hat außergewöhnliche Tore gemacht. Wir wissen, dass er einen brutalen Schuss und eine super Kreativität hat." Er wies jedoch auf defensive Bedenken hin: „Die Schweiz hat ihre wenigen Chancen sicherlich bestmöglich genutzt. Aber defensiv war heute nicht immer alles gut. Wir waren phasenweise zu passiv. Das muss man ganz klar ansprechen. Insgesamt haben wir aber verdient gewonnen. Wir haben uns viele große Chancen gegen eine Mannschaft herausgespielt, die normalerweise sehr wenig zulässt. Ich glaube, wir hätten viele weitere Tore erzielen können." Defensive Nachlässigkeiten waren vor allem bei Schlotterbeck und Torhüter Baumann erkennbar, während Kai Havertz zwar Chancen hatte, aber torlos blieb. Deutschland spielte in den neuen blauen Auswärtstrikots.
Die Schweiz war seit einer Niederlage in der Nations League gegen Spanien im November 2024 ungeschlagen und hatte in 12 der 13 vorangegangenen Spiele getroffen. Deutschland, das in der WM-Gruppe E mit vier Zu-Null-Spielen in Folge (Gesamttorverhältnis 13:0) antritt, trifft am Montag zu Hause in Stuttgart auf Ghana. Die Schweiz, in Gruppe B, spielt am Dienstag auswärts gegen Norwegen.