Tausende Wanderarbeiter sorgten am Sonntagmorgen für ein massives Gedränge am Bahnhof Udhna im indischen Bundesstaat Gujarat, was die Sicherheitskräfte zum Einsatz von Schlagstöcken (Lathi-Einsatz) zwang. Die Bahngesellschaft Western Railway wies Berichte über eine Massenpanik zurück und teilte mit, dass an diesem Tag mehr als 23.000 Passagiere den Bahnhof nutzen konnten. Der Andrang fiel mit dem Beginn der Sommerferien und einem Konjunkturabschwung in der Textil- und Diamantenindustrie zusammen.
Am Bahnhof Udhna in Surat kam es am Sonntagmorgen zu einem starken Andrang, als sich Tausende Passagiere, bei denen es sich größtenteils um Wanderarbeiter auf dem Weg nach Bihar, Uttar Pradesh und Odisha handelte, versammelten, um Fernzüge zu besteigen. Der Ansturm resultierte aus dem Beginn der Sommerferien und der wirtschaftlichen Flaute in den lokalen Textil- und Diamantenbetrieben. Passagiere durchbrachen Absperrungen und drängelten sich vor, was das Sicherheitspersonal dazu veranlasste, zur Kontrolle der Menschenmengen Schlagstöcke einzusetzen.
Die Western Railway veröffentlichte eine Stellungnahme, in der Berichte über eine Massenpanik dementiert wurden: „Während der Passagierabfertigung für Sonderzugverbindungen kam es zu einer kurzen Störung, als einige unruhige Jugendliche versuchten, die Absperrungen zu durchbrechen. Die Situation wurde vom Bahnhofspersonal und der Polizei vor Ort umgehend unter Kontrolle gebracht, sodass der allgemeine Betriebsablauf nicht gestört wurde.“ Ein namentlich nicht genannter Bahnhofsmitarbeiter erklärte, dass sich die Menschenmenge ab Samstagnachmittag bildete und ihren Höhepunkt gegen 11:35 Uhr vor der Abfahrt des Zuges nach Hasanpur erreichte.
Zwei Fernzüge aus Mumbai hielten in Udhna: der Bandra-Gorakhpur um 13:00 Uhr und der Valsad-Mau um 16:05 Uhr, wodurch weitere Passagiere zusteigen konnten. An jenem Morgen fuhren sechs Züge ab, darunter Verbindungen nach Jaynagar, Madhubani und Brahmapur. Der Superintendent der Polizei der Western Railway, Abhay Soni, teilte der Zeitung The Indian Express mit: „Die Situation geriet außer Kontrolle, als ein Zug in Udhna hielt. Wir haben die Menge unter Kontrolle gebracht und werden die Sicherheitsvorkehrungen für das kommende Wochenende verstärken.“
Wanderarbeiter aus den Industriebetrieben in Surat kehren bereits seit Mitte März zurück, da die Konflikte in Westasien zu einer Verknappung von Flüssiggas führten, was die Textilbetriebe dazu veranlasste, ihre Arbeitszeiten zu kürzen. Mehr als 300 Sicherheitskräfte der Bahn, darunter 150 Beamte der Government Railway Police (GRP) und 150 der Railway Protection Force (RPF), sowie die Polizei von Gujarat waren im Einsatz. Insgesamt konnten am Sonntag mehr als 23.000 Passagiere den Bahnhof für ihre Reise nutzen.