Im Jahr 2025 hat die Polizei Tausende Gewaltdelikte im Zugverkehr und an Bahnhöfen registriert, darunter über 980 Messerangriffe und 2.200 Sexualdelikte. Besonders betroffen waren Bahnhöfe in Leipzig, Dortmund und Berlin. Die Bundespolizei meldet zudem einen Anstieg von Angriffen auf Beamte.
Ein Bericht der Bild am Sonntag, basierend auf Zahlen der Bundespolizei, zeigt das Ausmaß der Gewalt im Bahnbereich für das Jahr 2025. Insgesamt wurden Tausende Gewaltdelikte dokumentiert, einschließlich mehr als 980 Fällen mit Messern und rund 2.200 Sexualdelikten. Zudem gab es 5.660 Gewalttaten gegen Bundespolizeibeamte, im Vergleich zu etwa 5.500 im Vorjahr.
Die höchsten Zahlen verzeichneten die Hauptbahnhöfe in Leipzig mit 859 Delikten, gefolgt von Dortmund (735) und Berlin (654). Über 600 Vorfälle ereigneten sich in Köln, Hannover und Hamburg, während München 553, Nürnberg 528, Frankfurt am Main 520 und Düsseldorf 499 Taten aufwiesen.
Die Deutsche Bahn berichtet von etwa 3.000 körperlichen Übergriffen auf ihre Mitarbeiter im Jahr 2025. Diese Angriffe passierten vor allem bei Fahrkartenkontrollen, der Durchsetzung des Hausrechts sowie anlässlich von Volksfesten, Großveranstaltungen und Fußballspielen. Eine Bahnsprecherin erklärte, dass gut ein Drittel der Attacken Sicherheitskräfte traf, aber auch Reinigungs- und Servicepersonal betroffen war.
Ein tragischer Vorfall Anfang Februar in Rheinland-Pfalz unterstreicht die Dringlichkeit: Ein Zugbegleiter wurde bei einer Fahrscheinkontrolle angegriffen und erlag später seinen Verletzungen. Der Verdächtige befindet sich in Untersuchungshaft.
Als Reaktion haben Vertreter von Bund, Ländern und der Deutschen Bahn Maßnahmen beschlossen, darunter mehr Bodycams, verbesserte Schutzausrüstung, die Einstellung von 200 zusätzlichen Mitarbeitern für die Bahnhofssicherheit, Deeskalationsschulungen und einen Notfallknopf für schnelle Hilfe. Auf der Verkehrsministerkonferenz Anfang März sollen weitere Schritte erörtert werden.