Forscher des IIT Delhi schätzen, dass die vollständige Minderung von Schwefeldioxid-Emissionen aus Kohlekraftwerken jährlich 124.564 Todesfälle in ganz Indien verhindern könnte. Die diese Woche in Nature veröffentlichte Studie beziffert, wie diese Emissionen sowohl zu direkten SO2-Werten als auch zur sekundären Bildung von PM2.5 beitragen. Sie hebt zudem die ungleich verteilten Vorteile hervor, die einkommensschwächeren und marginalisierten Gruppen zugutekommen würden.
Die Analyse nutzte Luftqualitätsmodelle, Satellitendaten und den Rahmen der Global Burden of Disease. Sie ergab, dass eine vollständige SO2-Reduktion die jährliche PM2.5-Belastung um 0,3 bis 12 Mikrogramm pro Kubikmeter und die SO2-Konzentration in der Umgebungsluft um 0,1 bis 13,6 Teile pro Milliarde senken würde. Maharashtra, Tamil Nadu und Karnataka würden die größten Rückgänge bei vermeidbaren Todesfällen verzeichnen, während Chhattisgarh und Odisha die deutlichsten Verbesserungen der Luftqualität sehen würden. Co-Autor Debajit Sarkar erklärte, das Team wolle den Bundesstaaten präzise Emissionszahlen liefern, damit diese gezielte politische Maßnahmen entwickeln können. Die Studie stellte zudem fest, dass Menschen aus den sogenannten Other Backward Classes, Scheduled Castes, Scheduled Tribes sowie ärmere Haushalte stärker profitieren würden als wohlhabendere Gruppen, womit das Thema als Frage der Umweltgerechtigkeit gerahmt wird. Indiens SO2-Emissionen aus Kohlekraftwerken stiegen von 2,36 Tausend Kilotonnen im Jahr 2005 auf 5,05 Tausend Kilotonnen im Jahr 2021, mit einem weiteren Anstieg um 30 Prozent im Jahr 2023. Die Forscher forderten eine strengere Durchsetzung der Emissionsnormen von 2015, eine breitere Nutzung von Rauchgasentschwefelungsanlagen sowie vorrangiges Handeln in Gebieten mit hoher Umweltbelastung.