Indien hat bei den Vereinigten Staaten offiziell scharfen Protest eingelegt, nachdem US-Angriffe auf Handelsschiffe im Golf von Oman drei indische Seeleute das Leben gekostet haben. Außenminister S. Jaishankar sprach das Thema direkt bei US-Außenminister Marco Rubio an. Die Vereinigten Staaten bekräftigten, dass Verstöße gegen ihre Seeblockade nicht toleriert würden.
Außenminister S. Jaishankar sprach am 12. Juni mit US-Außenminister Marco Rubio und bekräftigte Indiens scharfen Protest. Er erklärte, dass tödliche Maßnahmen gegen die Handelsschifffahrt nicht zu rechtfertigen seien. Der Austausch folgte auf Raketenangriffe auf Schiffe, darunter die Settebello am 10. Juni, bei denen drei indische Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. US-Beamte antworteten, dass alle Handelsschiffe den Anordnungen der US-Streitkräfte zur Wahrung von Frieden und Sicherheit in der Straße von Hormus Folge leisten müssten. Sie fügten hinzu, dass Verstöße gegen die Blockade sowie der illegale Transport von iranischem Öl nicht toleriert würden. Indien hatte den US-Geschäftsträger in den vergangenen Tagen wegen der Vorfälle zweimal einbestellt. Der Kongressabgeordnete Shashi Tharoor kritisierte die US-Stellungnahme dafür, dass sie weder Bedauern noch Beileid zum Ausdruck brachte. Er stellte die Frage, warum keine nicht-tödlichen Methoden angewandt wurden, um die Schiffe zu stoppen. Der diplomatische Streit fällt in eine Zeit, in der sich Premierminister Narendra Modi und Präsident Donald Trump auf die Teilnahme am G7-Gipfel in Frankreich vorbereiten.