Die Untersuchung von Aftonbladet zeigt, dass mindestens 38 Prozent der Männer, die zwischen 2000 und 2024 eine Partnerin töteten, zum Zeitpunkt der Tat unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen standen. Der Fall des verurteilten Mörders Magnus illustriert den starken Zusammenhang zwischen Substanzmissbrauch und Gewalt gegen Frauen. Experten betonen die Notwendigkeit besserer Rehabilitation, um das Rückfallrisiko zu verringern.
Seit Jahrzehnten terrorisiert der verurteilte Mörder Magnus Frauen, oft unter Alkoholeinfluss. Mit 29 Jahren wurde er wegen des Mordes an seiner Ex-Freundin Emma verurteilt und seitdem wegen weiterer Gewalttaten gegen Frauen verurteilt oder angezeigt. Laut Zeugenaussagen und Dokumenten hat Magnus seit seiner Teenagerzeit schädliches Alkoholkonsum, das als großer Risikofaktor für seine gewalttätigen Verbrechen gilt. Trotzdem trinkt er weiterhin, wie Zeugenaussagen, die Aftonbladet eingeholt hat, belegen.
Die Überprüfung von Aftonbladet zu Fällen, in denen Männer Frauen zwischen 2000 und 2024 töteten, zeigt, dass mindestens 38 Prozent zum Zeitpunkt der Tat unter Alkohol- oder Drogenbeeinflussung standen. Viele dieser Männer hatten langfristige, dokumentierte Substanzmissbrauchsprobleme. Der Suchtforscher Fred Nyberg, Professor an der Universität Uppsala, erklärt: „Alkohol kann die Neigung zu Gewalt und rücksichtslosem Verhalten verstärken.“ Er hebt den starken Zusammenhang zwischen Gewalt in intimen Beziehungen und Sucht hervor und warnt, dass die Gesellschaft zu wenig auf Rehabilitation setzt aus Angst vor Stigmatisierung.
Forschung zeigt, dass viele gewalttätige Straftäter psychiatrische Diagnosen in Kombination mit Substanzmissbrauch haben. Magnus hat eine Borderline-Diagnose mit Stimmungsschwankungen und Angst vor Verlassenwerden. Nyberg fügt hinzu: „Drogen können aggressives Verhalten auslösen, aber es geht oft um Komorbidität – Substanzmissbrauch kombiniert mit psychischen Problemen.“ Nüchternheit verbessert die Impulskontrolle und reduziert Gewalt, sagt er.
Ellinor Hallebro, Spezialistin beim schwedischen Strafvollzug und der Bewährungshilfe, betont, dass Substanzmissbrauch in Fällen von Gewalt in intimen Beziehungen immer untersucht werden sollte. Unter Verurteilten mit mittlerem bis hohem Rückfallrisiko benötigen 68 Prozent Interventionen gegen Alkoholmissbrauch. „Es kann Auswirkungen auf die Selbstkontrolle haben, Strategien zum Umgang mit schwierigen Emotionen und es wird als Ausrede verwendet“, sagt sie. Das Strafvollzugs- und Bewährungswesen arbeitet mit dem Gesundheitswesen und Kommunen zusammen, kann aber keine Abstinenz erzwingen. Nyberg fordert eine bessere Vorbereitung auf das Leben außerhalb des Gefängnisses, einschließlich sinnvoller Beschäftigung, um den Kreislauf aus Sucht und Kriminalität zu durchbrechen.