Angesichts israelisch-amerikanischer Angriffe hat das iranische Regime eine kollaborative Website namens «Notre mémoire» gestartet, um Regimegegner im Ausland, auch in Frankreich, zu identifizieren. Farid Vahid, ein französisch-iranischer Co-Direktor des Observatoire du Nord et du Moyen-Orient, befürchtet die Preisgabe privater Details über seine Familie. Zu den Taktiken gehören anonyme Anrufe und familiärer Druck, um den Widerstand zum Schweigen zu bringen.
Am 26. März 2026 kündigte die offizielle iranische Nachrichtenagentur Fars News in den sozialen Medien den Start der Website «Notre mémoire» an. Diese kollaborative Plattform fordert Iraner dazu auf, «Beweismittel» einzureichen, um diejenigen zu identifizieren, die «dem Heimatland den Rücken gekehrt haben und die nationale Sicherheit gefährden», während das Land «externen Bedrohungen» ausgesetzt sei. Zu den Beiträgen gehören Namen, Adressen und weitere Details über «Verräter», auch im Ausland.
Farid Vahid, der auch mit der Fondation Jean Jaurès verbunden ist, rechnet damit, dass der Name seiner Frau oder die Kita seiner Tochter bald auf Twitter erscheinen könnten. Er erklärte: «Wenn der Krieg vorbei ist und das Regime nicht gestürzt wurde, werden sie sicherlich versuchen, Anschläge oder Vergeltungsmaßnahmen in Frankreich durchzuführen. Sie werden eine Form der Abschreckung wiederherstellen müssen.»
Diese Initiative ist Teil einer breiteren Strategie des Regimes, das durch israelisch-amerikanische Angriffe unter Druck steht und anonyme Anrufe, familiären Druck sowie administrative Erpressung einsetzt, um den Widerstand der Diaspora in Frankreich zu unterdrücken. Eine explizite Drohung kursiert: «Wir bringen euch in einem Trümmersack zurück.»