Der Sieg von José Antonio Kast in der Präsidentschafts-Stichwahl am 14. Dezember 2025 (58,17 %, eine Rekordzahl von 7.252.831 Stimmen) beendete nicht nur die Amtszeit von Gabriel Boric, sondern festigte auch einen Wechsel im Kongress hin zur Opposition mit 23 neuen rechtsgerichteten Senatoren und 155 Abgeordneten. Trotz eines umstrittenen Wahlkampfs gratulierte Boric Kast und traf ihn im Palast La Moneda, was den Übergangsprozess signalisiert.
Kasts Triumph bei seinem dritten Präsidentschaftsversuch markierte die Rückkehr der Rechten an die Macht nach vier Jahren progressiver Regierung unter Boric, der am 11. März 2026 zurücktritt. Das Ergebnis spiegelte die weit verbreitete Unzufriedenheit inmitten gerichtlicher Krisen, Sicherheitsprobleme und wirtschaftlicher Schwierigkeiten wider und erinnerte an den sozialen Ausbruch von 2019 sowie den konstitutionellen 'Ablehnungs'-Sieg von 2022.
Die Parlamentswahlen verstärkten diesen Wandel und lieferten der Opposition Mehrheiten, die Kasts Agenda stützen. Die Wahlkampfspannungen mit Jara (Kommunistische Partei) und Boric lösten sich nach der Abstimmung: Boric führte das traditionelle Gratulationsgespräch und moderierte eine ausführliche Diskussion über den Übergang im Präsidentenpalast.
Analysten hoben die Herausforderungen der Linken hervor. Darío Quiroga, ehemaliger Stratege von Jara, erklärte, dass progressive Kräfte nach 2022 'keine Chance' hatten. Juan Sutil, Berater von Evelyn Matthei, betonte die Notwendigkeit der Einheit von Chile Vamos hinter Kast. Kast selbst unterstrich die Zusammenarbeit der Opposition während des Wahlkampfs und positionierte seine künftige Regierung, um nationale Notlagen in Sicherheit, Einwanderung und Regierungsführung anzugehen.