Der designierte Präsident José Antonio Kast unterbrach seine Pause und tauchte am Dienstag in seinem Büro in Las Condes wieder auf, wo er eine Reihe intensiver politischer Treffen leitete. Zu den Höhepunkten gehörte ein Treffen mit Johannes Kaiser, Führer der Partido Nacional Libertario, um Integrationsbedingungen in die künftige Regierung zu besprechen. Diese Aktivität findet vor seiner offiziellen Proklamation und einer Reise nach Peru statt.
José Antonio Kast, designierter Präsident nach der Stichwahl am 14. Dezember, überraschte seine Mitarbeiter, indem er am Dienstag in den Büros La Gloria 88 in Las Condes wieder auftauchte, bekannt als 'La Moneda chica'. Ohne vorherige Ankündigung kam er mit Medienrummel und übermittelte eine festliche Botschaft: «Nutzen wir diese Feiertage, um uns zu treffen, alles zu feiern, was wir können, gesund und gesellig, und diesem neuen Jahr mit aller Hoffnung und Begeisterung entgegenzuschauen, denn es wird ein großartiges Jahr».
Der Tag umfasste wichtige politische Treffen. Arturo Squella, Führer der Partido Republicano, und Ruth Hurtado, Generalsekretärin, trafen sich mit Kast. Gewählte Abgeordnete wie Enrique Bassaletti und der im Ruhestand befindliche General Cristián Vial kamen ebenfalls, mit Fokus auf Sicherheit und dem Plan Escudo Fronterizo. Weitere Besucher waren Claudio Alvarado, Johannes Kaiser sowie Figuren aus Chile Vamos wie Juan Francisco Galli und Raúl Figueroa.
Ein zentrales Treffen fand zwischen Kaiser und Alvarado, dem künftigen Innenminister, statt und dauerte über zwei Stunden. Kaiser legte ein Dokument mit dem Titel «Erklärung der Grundsätze und institutionellen Unterstützungsachsen der Partido Nacional Libertario» vor, das 'rote Linien' wie die Neutralisierung ideologischer Politiken umreißt, einschließlich des Programms zur Begleitung der Geschlechtsidentität (PAIG), der umfassenden Sexualerziehung (ESI), der Justizreform und der Budgets für das Instituto de Derechos Humanos (INDH). Kaiser erklärte: «Wir haben unsere Bedenken hinsichtlich der Fortsetzung bestimmter Programme mit tiefem ideologischen Inhalt geäußert». Alvarado reagierte optimistisch: «Wir sehen optimistisch die Möglichkeit der Integration in die künftige Administration».
Die Haltung der Libertären stieß auf Kritik aus Chile Vamos. José García (RN) betonte die Bereitschaft zur Zusammenarbeit ohne Bedingungen, während Sergio Gahona (UDI) sagte, es dürfe keine Barrieren geben. Das Abtreibungsthema wurde nicht besprochen und bleibt eine Kongressangelegenheit.
Der Kontext ist entscheidend für den Übergang: Kast wird am 5. Januar vom Tricel proklamiert. Davor trifft er am 6. Januar die CPC und reist nach Peru, um mit Präsident José Jerí inmitten der Migrationskrise einen humanitären Korridor zu besprechen. Am 8. Januar nimmt er an einer Icare-Veranstaltung zu Prioritäten für Chile teil.