Sachsen-Anhalt-Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich im Rentenstreit auf die Seite junger Unionspolitiker gestellt. Er bezeichnet die derzeitige Rentenpolitik als vergrößernd für das Problem und weist Verantwortung der CSU und SPD zu. Die Junge Union droht mit Blockade des Rentenpakets.
Im laufenden Rentenstreit in Deutschland hat sich CDU-Vize und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer klar auf die Seite des Parteinachwuchses der Union gestellt. In einem Interview mit der Funke Mediengruppe erklärte er: «Die derzeitige Rentenpolitik vergrößert das Problem.» Kretschmer verwies auf die Verantwortung der Koalitionspartner: «Die CSU hat die höhere Mütterrente in den Koalitionsverhandlungen durchgesetzt, und ein Ende der Rente mit 63 war mit der SPD nicht möglich.»
Die junge Gruppe der Unionsfraktion im Bundestag droht damit, die Verabschiedung des geplanten Rentenpakets zu blockieren. Ihr Kritikpunkt richtet sich hauptsächlich gegen die erwarteten milliardenschweren Folgekosten, die durch eine Stabilisierung des Rentenniveaus nach 2031 entstehen könnten. Dieses Thema steht im Mittelpunkt des Deutschlandtags der Jungen Union (JU) an diesem Wochenende, zu dem Bundeskanzler Friedrich Merz erwartet wird.
In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat JU-Vorsitzender Johannes Winkel klargestellt, dass die Junge Union das Rentenpaket im Bundestag ablehnen wird, falls keine Änderungen vorgenommen werden. Die Debatte unterstreicht Spannungen innerhalb der Union bezüglich der langfristigen Nachhaltigkeit der Rentensystemreform.