Sachsen's Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die Debatte über eine mögliche Zusammenarbeit der CDU mit der AfD als nicht hilfreich kritisiert. Er betonte, dass es wichtiger sei, die Gründe für den Aufstieg der AfD zu verstehen und die Sorgen der Bevölkerung anzugehen. Kretschmer verweist auf seine bisherige Haltung und Parteibeschlüsse, die Kooperationen ausschließen.
Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen und CDU-Politiker, äußerte sich in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland kritisch zur anhaltenden Diskussion über eine Zusammenarbeit seiner Partei mit der Alternative für Deutschland (AfD), die in Teilen als rechtsextrem gilt. «Es bringt nichts, immer nur über den Umgang mit der AfD zu reden. Wichtig ist, zu verstehen, warum sie erstarkt ist», sagte er.
Kretschmer plädierte dafür, sich auf die Lösung der Themen zu konzentrieren, die die Bevölkerung beschäftigen. «Wir müssen die Themen lösen, die die Bevölkerung umtreiben. Nur dann kommt Vertrauen in den Rechtsstaat und die Demokratie zurück. Brandmauern helfen uns nicht weiter», fügte er hinzu. Auf die Frage, ob er jede Form der Zusammenarbeit mit der AfD ausschließe, wich er einer einfachen Ja-Nein-Antwort aus. Stattdessen verwies er auf sein Handeln als Ministerpräsident: «In den vergangenen Jahren habe ich durch mein Handeln als Ministerpräsident die Antwort gegeben. Meine Haltung zu einer Partei, die nicht nur in Sachsen als gesichert rechtsextrem eingestuft ist, ist klar. Da braucht man mit mir nicht weiter drüber reden – ich habe gezeigt, wie ich das sehe.» Später bekannte er: «Ich bekenne mich dazu, dass ich verstanden habe, dass man über die Gründe für das Erstarken der AfD reden muss.»
Hintergrund bieten Parteibeschlüsse der CDU. Ein Beschluss vom Parteitag 2018 schließt Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit mit AfD und Linken aus. Ein Präsidiumsbeschluss von 2020 bekräftigt: «Für die CDU Deutschlands gilt: Es gibt keine Zusammenarbeit mit der AfD – weder in direkter, noch in indirekter Form.» Dennoch räumt ein CDU-Papier ein, dass im parlamentarischen Alltag gewisse Berührungspunkte unvermeidbar seien, etwa bei Gewissensabstimmungen wie der Organspende.