Lien Estrada reflektiert über erlernte Hilflosigkeit in Kuba

Die kubanische Schriftstellerin Lien Estrada beschreibt in ihrem Tagebuch, wie das Konzept der erlernten Hilflosigkeit in ihrem Leben und der kubanischen Gesellschaft widerhallt. Sie erkennt es in alltäglichen Situationen wie Stromausfällen, aufgetürmtem Müll und wirtschaftlichen Engpässen. Dennoch sieht sie Anzeichen eines möglichen Erwachens durch Proteste und Widerstandsakte.

In einem Artikel, der am 14. November 2025 in Havana Times veröffentlicht wurde, untersucht Lien Estrada das Konzept der erlernten Hilflosigkeit, eine Situation, in der eine Person oder ein Tier nach fehlgeschlagenen Versuchen, ihrer Realität zu entkommen, überzeugt ist, dass sie nichts ändern kann. Estrada erkennt sich sofort in dieser Idee wieder und sieht sie als ersten Schritt zur Überwindung.

Sie beschreibt, wie dieses Phänomen Kuba betrifft: Bei einem Stromausfall, wenn sie sich bei Familie und Nachbarn beschwert, antwortet jemand: „Proteste nicht, du bist diejenige, die darunter leidet“, als ob die Dunkelheit nur ihre eigene wäre. Auf Straßen, die mit Müll übersät sind, dreimal schlimmer nach einem Hurrikan, hört man Kommentare wie: „Wir sind ganz gesund, angesichts dessen, was wir ertragen müssen.“ Trotz dass kein Haus ohne jemanden krank von umlaufenden Viren ist und ganze Familien nach Mitteln suchen, um es zu ertragen.

Estrada erwähnt lange Schlangen in Apotheken für Nervenmedikamente, junge Leute, die in Parks Beruhigungsmittel für Pferde kaufen, und sichtbare Alkoholebenen unter ständiger Spannung. Banken ohne Geld, überfüllt mit Rentnern, die Beträge abholen, die nur wenige Tage reichen; Arbeiter und Fachkräfte, die zu Jobs mit symbolischen Gehältern gehen, die seit ihrem Start unverändert sind; Studenten, die auswandern, mit der Absicht, sich im Ausland niederzulassen.

Dennoch nimmt Estrada ein Erwachen wahr: Nachrichten über spontane Proteste und den Fall einer CDR-Präsidentin, die sich weigert, Beiträge einzutreiben, weil sie es heutzutage für schändlich hält. Sie schließt daraus, dass nicht alles verloren ist, und dass Stärke entstehen wird, um freie, bewusste und verantwortungsvolle Individuen zu schaffen, trotz Konditionierung durch Hunger, Angst und Unterdrückung.

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