Der Bürgermeister von Marabá, Toni Cunha (PL-PA), kritisierte Präsident Lula am Freitag (19. Dezember) scharf, weil er angeblich eine Überweisung von R$ 1 Million vom Tourismusministerium für eine Neujahrsshow von Zezé Di Camargo gestrichen habe. Cunha führt die Entscheidung auf politische Verfolgung des Regierungskritikers zurück. Die Stadtverwaltung plant, vor Gericht die Rückzahlung der Mittel zu erzwingen.
Der Bürgermeister von Marabá im Bundesstaat Pará, Toni Cunha von der Liberalen Partei (PL), veröffentlichte am 19. Dezember ein Video in sozialen Medien, in dem er Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kritisierte. Der Vorwurf folgte auf die Streichung einer bereits zugesagten Überweisung von R$ 1 Million durch das Tourismusministerium zur Finanzierung einer Neujahrsshow des Country-Sängers Zezé Di Camargo in der Stadt.
Laut Cunha hatte die Bundesregierung die Mittel über Minister Celso Sabino zugesagt, den der Bürgermeister als 'Demokraten' bezeichnete. Am Vorabend der Veranstaltung wurde die Stadtverwaltung jedoch von der Streichung verständigt, die Cunha auf die 'persönlichen Gefühle' Lulas zurückführt. 'Was für eine Schande, Luli!', rief der Bürgermeister im Video aus.
Cunha erklärte: 'Lula, Sie sind Präsident, ob es uns gefällt oder nicht, Brasiliens. Sie sind nicht der Eigentümer des Geldes des brasilianischen Volkes. In Marabá leben Brasilianer. Ihre Regierung hat durch das bis dahin demokratische Handeln von Minister Celso Sabino zugesagt, die Show von Zezé Di Camargo in Marabá zum Neujahr zu finanzieren. Die Zahlung war sogar von Ihrer Regierung reserviert worden.'
Der Bürgermeister fuhr mit seinen Kritiken fort und warf Lula vor, das 'Schweigen nationaler Künstler kaufen' zu wollen, indem er nur Unterstützer mit Bundesmitteln verpflichte. Er warnte, dass 'Rache Gift für die eigene Seele' sei, und verteidigte die Meinungsfreiheit. Cunha kündigte Klage an, um die Mittel zurückzufordern, und prognostizierte steigenden Widerstand gegen Lula in Marabá.
Zezés Show war von der Stadtverwaltung als Hauptattraktion für das Réveillon angekündigt worden, mit geschätzten Kosten von R$ 1 Million in einem direkten Vertrag ohne Ausschreibung, was bereits Kritik in sozialen Medien wegen der Nutzung öffentlicher Mittel auslöste. Zezé Di Camargo steht im Zentrum jüngster Kontroversen, darunter Kritik an SBT für die Einladung Lulas und Äußerungen gegen die Töchter von Silvio Santos, was seine Beziehungen zu TV-Sendern erschwert.